Jugend-Trai­nings­la­ger unter Coro­na-Bedin­gun­gen mit Erfolg beendet

Maßnahme wurde in der heimischen Boxhalle durchgeführt

Unter dem Zei­chen der Coro­na-Pan­de­mie war 2020 ein sport­lich mage­res Jahr, das die übli­chen Höhe­punk­te von Wett­kampf­fahr­ten und Tur­nier­teil­nah­men schmerz­lich ver­mis­sen ließ. Mit dem all­ge­mei­nen Lock­down Mit­te März waren näm­lich nicht nur alle Wett­kampf­per­spek­ti­ven auf einen Schlag gestor­ben, son­dern auch der nor­ma­le Trai­nings­be­trieb der Box­ab­tei­lung wur­de (sogar noch vor dem behörd­li­chen Ver­bot) für län­ge­re Zeit eingestellt.

Ent­sa­gungs­rei­ches Jahr, Nor­ma­li­tät noch nicht in Sicht

Auch wenn nach vie­len Wochen des kon­takt­lo­sen Frei­luft­sports inzwi­schen unter stren­gen Hygie­ne-Auf­la­gen und mit stark begrenz­ten Teil­neh­mer­zah­len Kon­takt­sport in der Sport­hal­le wie­der mög­lich ist, kann aber von Nor­ma­li­tät längst noch nicht wie­der gespro­chen werden:

Wo frü­her 40 Teil­neh­mer in der Hal­le trai­ne­ren konn­ten, dür­fen es jetzt nur 8 bis 10 Teil­neh­mer sein, die mit­ein­an­der boxen. Wei­te­re Locke­run­gen sind bei den der­zeit anstei­gen­den Infek­ti­ons­zah­len und der bevor­ste­hen­den kal­ten Jah­res­zeit kaum noch zu erwar­ten – und wohl auch nicht guten Gewis­sens ver­tret­bar. Von Wett­kämp­fen, die zwi­schen­zeit­lich da und dort tat­säch­lich schon wie­der ver­an­stal­tet wer­den, hält die Box­ab­tei­lung sich zum Schutz der Sport­ler und ihrer Ange­hö­ri­gen noch fern.

Das Trai­nings­la­ger soll­te mög­lichst nicht auch noch entfallen

Doch für die Wett­kämp­fer und mög­li­chen zukünf­ti­gen Wett­kämp­fer soll­te das mage­re Jahr nicht ganz ohne einen Höhe­punkt blei­ben. Das jähr­li­che Jugend-Trai­nings­la­ger (Link öff­net neu­es Brow­ser­fens­ter), das sonst in der Sport­schu­le Hennef statt­fin­det, wur­de in die­sem Jahr in der hei­mi­schen Box­hal­le durchgeführt.

An fünf Trai­nings­ta­gen wur­de par­al­lel in zwei Rin­gen mehr­mals täg­lich trai­niert. Die Teil­neh­mer wur­den in zwei Trai­nings­grup­pen (»Rot« und »Blau«) unter­teilt, um die im Kon­takt­sport zuläs­si­ge Höchst­zahl von Sport­lern nicht zu über­schrei­ten. Die täg­li­chen Pra­xis-Ein­hei­ten, in denen es viel beding­tes und frei­es Spar­ring gab, wur­den durch vier Theo­rie-Blö­cke ergänzt, in denen die Fein­hei­ten der Wett­kampf­be­stim­mun­gen the­ma­ti­siert und Video­auf­zeich­nun­gen von WM-Kämp­fen tech­nisch und tak­tisch ana­ly­siert wurden.

Abb. oben: Vol­les Pro­gramm wäh­rend der 5 Tage: Von Don­ners­tag bis Mon­tag kamen die Trai­ner kaum aus der Hal­le. Mehr als ein Kaf­fee im Por­tu­gie­sen­vier­tel war zwi­schen den Trai­nings­ein­hei­ten eigent­lich nicht möglich.

Spaß und Leis­tungs­stei­ge­run­gen bei allen Teilnehmern

Trotz der gro­ßen sport­li­chen Ein­schrän­kun­gen des zurück­lie­gen­den hal­ben Jah­res fan­den alle Teil­neh­mer schnell zum Box­ge­fühl zurück. Trai­ner Ralf Elfe­ring resümiert:

Ich wür­de sagen, wir haben in schwie­ri­gen Zei­ten ein tol­les Trai­nings­la­ger hin­be­kom­men, das sich am Ende kaum noch nach Kom­pro­miss anfühl­te. Die­ses Jahr nicht nach Hennef zu fah­ren und das Trai­nings­la­ger hier am Zeug­haus­markt aus­schließ­lich mit Sport­lern des eige­nen Ver­eins durch­zu­füh­ren, war unter dem Strich eine rich­ti­ge Ent­schei­dung. Aus­ge­rech­net in den Coro­na-Mona­ten ist eine neue, jün­ge­re Genera­ti­on nah an den Wett­kampf­be­reich her­an­ge­rückt. Sie und die bestehen­den Wett­kämp­fer konn­ten wir mit die­ser Maß­nah­me dafür beloh­nen, so gedul­dig und mit viel Ver­nunft am Ball geblie­ben zu sein. Aber es war nicht nur eine Beloh­nung für zurück­lie­gen­den Trai­nings­ein­satz. Unter den inten­si­ven Bedin­gun­gen konn­ten wir bei allen deut­li­che Fort­schrit­te erzie­len. Vor allem Ein­satz­zei­ten im Ring hat­ten in den zurück­lie­gen­den Mona­ten gefehlt. Das haben wir nun aus­gie­big nach­ho­len kön­nen, sogar im eigens auf­ge­bau­ten Hoch­ring, der natür­lich noch ein­mal beson­ders moti­viert. Trotz der erfor­de­ri­chen Unter­tei­lung in zwei Trai­nings­grup­pen ent­stand Team­geist, weil wir den Theo­rie­un­ter­richt und den Film­abend als nicht­sport­li­che Inhal­te gemein­sam durch­füh­ren konnten.

Abb. oben: Die Trai­nings­grup­pe »Rot« am Ende einer ihrer Trai­nings­ein­hei­ten im Hoch­ring, der frisch gesaugt der nächs­ten Grup­pe über­ge­ben wur­de, die nach der ein­stün­di­gen Ent­lüf­tungs- und Des­in­fek­ti­ons­pau­se die Hal­le bezog.
Abb. oben: Die Trai­nings­grup­pe »Blau«, die die Hal­le natür­lich nicht weni­ger sau­ber und auf­ge­räumt hin­ter­ließ, als sie vor­ge­fun­den wur­de. Die ver­klei­ner­ten Grup­pen­grö­ßen ermög­lich­ten allen Teil­neh­mern viel Spar­ring in den bei­den Ringen.

Neu­es Coro­na-Schutz-Kon­zept in der Bewährungsprobe

Das Trai­nings­la­ger wur­de nach dem neu­en Coro­na-Schutz-Kon­zept der Box­ab­tei­lung (Link öff­net neu­es Brow­ser­fens­ter) durch­ge­führt, das Anfang Okto­ber in Kraft getre­ten war. Da zu Beginn schon die 7‑Ta­ge-Inzi­denz über 20 lag, war die Coro­na-Warn-App mit aus­ge­wie­se­nem nied­ri­gen »Risi­ko-Sta­tus« (grün) durch­weg die täg­li­che Vor­aus­set­zung zur Teil­nah­me. Dies war aber eben­so wie die obli­ga­to­ri­schen Fie­ber­mes­sun­gen vor jedem Pra­xis-Trai­ning schon vor­her ein­ge­spielt gewe­sen und dem­entspre­chend kein Problem.

An einem Tag erlaub­te die aktu­el­le 7‑Ta­ge-Inzi­denz nach den Bestim­mun­gen des Coro­na-Schutz-Kon­zep­tes kei­ne Part­ner­wech­sel im Trai­ning, so dass für die­sen Tag in bei­den Grup­pen fes­te Trai­nings­paa­run­gen fest­ge­legt wer­den muss­ten. Gewiss eine Ein­schrän­kung, die aber letzt­lich dem Spaß am und der Effi­zi­enz im Trai­ning kei­nen Scha­den zufügte.

Nach jedem Trai­ning wur­den die Kon­takt­flä­chen der Hal­le des­in­fi­ziert, ins­be­son­de­re die Ecken­pols­ter und Sei­le der bei­den Rin­ge. Zwi­schen den Trai­nings­ein­hei­ten wur­de die Hal­le in einer ein­stün­di­gen Pau­se gelüf­tet, aber schon die CO2-Mes­sun­gen im lau­fen­den Trai­ning bestä­tig­ten die Ergeb­nis­se ers­ter Pro­be­mes­sun­gen vor eini­gen Wochen und erga­ben erneut sehr gute Luft­qua­li­tä­ten in der Box­hal­le trotz der hohen kör­per­li­chen Aktivität.

Das Coro­na-Schutz-Kon­zept der Box­ab­tei­lung sieht auch vor, dass die Hygie­ne­maß­nah­men von einem Coro­na-Beauf­trag­ten durch unan­ge­kün­dig­te Trai­nings­be­su­che über­wacht wer­den, weil im Eifer des Gefechts und in der Hek­tik der Trai­nings­ab­läu­fe Ver­gess­lich­kei­ten und Nach­läs­sig­kei­ten vor­kom­men kön­nen, die aber aktu­ell bes­ser nicht vor­kom­men soll­ten. So ließ sich also unser neu­er Coro­na-Beauf­trag­te zwei Mal in der Hal­le sehen, fand aber alles ent­spre­chend der Vor­ga­ben vor.

Abb. oben: Mit einem eigens ange­schaff­ten CO2-Mess­ge­rät wur­de im lau­fen­den Trai­ning wie­der­holt die Luft­qua­li­tät gemes­sen. Die Wer­te lagen in einem beru­hi­gen­den Bereich und begrün­den die Annah­me, dass in der Hal­le kei­ne über­pro­por­tio­nal hohen Aer­so­sol-Kon­zen­tra­tio­nen entstehen.
Abb. oben: Nur eini­ge der vie­len Hel­fer, die das Trai­nings­la­ger durch Mit­hil­fe beim Be- und Ent­la­den sowie beim Auf- und Abbau ermög­lich­ten. Die Leis­tung der Wett­kämp­fer im Ring ist ohne die Mit­wir­kung der vie­len Sport­freun­de als Trai­nings­part­ner und Hel­fer nicht denk­bar und daher immer auch ein Erfolg aller im Verein.

Die Spon­so­ren der Box­ab­tei­lung des FC St. Pauli: