FC St. Pauli Boxen Corona Regeln
Abb. oben: Verbindliche Anmeldungen über die Vereinsapp, Fiebermessungen, Anwesenheitslisten und erweiterte Trainingsregeln für die Halle – die Corona-Pandemie erfordert einige Änderungen der gewohnten Abläufe.

Die durch das neuartige Corona-Virus SARS-CoV-2 ausgelöste Erkrankung COVID-19 verbreitet sich seit Dezember 2019 weltweit mit einer insgesamt bislang ungebrochen hohen Dynamik. Die Pandemie hat auch den Sport stark betroffen. Auf dieser Seite wollen wir darüber informieren, wie die Boxabteilung ihren Weg durch diese Pandemie plant und steuert.

Besonders betroffen sind Kontaktsportarten, also auch wir als Boxsportler. Die Boxabteilung hatte angesichts der Entwicklung der Pandemie ihren Trainingsbetrieb schon am 10. März noch vor dem allgemeinen Lockdown eingestellt.

Seitdem Sport in den verschiedenen Stufen wieder erlaubt ist, bieten wir wieder Training an. Im Rahmen dessen, was erlaubt, sinnvoll organisierbar und verantwortbar ist.

Weil wir aber aktuell und auch auf längere Sicht von boxsportlicher Normalität noch weit entfernt sein dürften, haben wir diese Seite eingerichtet, wo wir Informationen über unseren Umgang mit der Pandemie bündeln wollen.

Auf unserer Website haben wir in den zurückliegenden Monaten aus boxsportlicher Perspektive oft über Corona berichtet. Eine Sammlung unserer Artikel findest du unter folgendem Link (Link öffnet neues Browserfenster): https://www.st-pauli-boxen.de/tag/corona

Abb. oben: Vor und in der Trainingshalle informieren Hinweise über die wichtigsten neuen Regeln.

Informationen über die Erkrankung

Profil der Erkrankung COVID-19

Bei infizierten Personen fallen zunächst grippeähnliche Symptome auf (Fieber, Husten, Halsschmerzen, Durchfall, Atembeschwerden, Erschöpfung), die in einem Teil der Fälle zu schweren Krankheitsbildern (Lungenentzündungen) führen, in deren Folge Patienten nicht selten intensivmedizinisch behandelt werden müssen (z.B. künstliche Beatmungen, Nierendialysen).

Insbesondere ältere Menschen, aber auch Menschen mit Vorerkrankungen (Übergewicht, Diabetes, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems) oder geschwächtem Immunsystem, sind von solchen schweren Verläufen betroffen. Viele (vor allem jüngere) Menschen durchleben eine COVID-19-Infektion häufig hingegen nur mit geringen und/oder unspezifischen Symptomen, so dass ein vermutlich beträchtlicher Teil dieser Erkrankungen unentdeckt bleibt.

Eine Übertragung der Krankheit auf andere ist bereits vor Ausbruch der Krankheit (also während der Inkubationszeit) möglich.

Die von COVID-19 ausgehenden Gefahren betreffen vor allem folgende Punkte:

  1. Sterblichkeit
    Obwohl viele Erkrankungen einen milden Verlauf nehmen, scheint die noch nicht abschließend benennbare Mortalität vor allem in der vulnerablen Gruppe von älteren und gesundheitlich vorbelasteten Menschen von Relevanz zu sein. Insbesondere wenn schwere Verläufe eine künstliche Beatmung erfordern, ist eine hohe Sterblichkeit zu beobachten.
  2. Spätfolgen
    Noch unklar ist das Ausmaß eventueller Spätfolgen der Erkrankung. Hier deutet sich an, dass ein Teil der als genesen geltenden Menschen selbst bei milderen Krankheitsverläufen längerfristige, wiederkehrende oder womöglich dauerhafte Beeinträchtigungen davontragen könnten, die v.a. die Leistungsfähigkeit der Herz-Kreislaufsystems zu betreffen scheinen.
  3. Gesundheitssystem
    Ohne Gegenmaßnahmen verbreitet sich die Erkrankung exponentiell. Es droht die Überlastung des Gesundheitssystems, in deren Folge schwer an COVID-19 erkrankten Patienten nicht mehr angemessen behandelt werden können.

Eine wirksame Behandlung von COVID-19 gibt es derzeit nicht. Die Therapie konzentriert sich aktuell darauf, die Symptome zu lindern und den Körper bei der Bewältigung der Erkrankung zu unterstützen (etwa durch Sauerstoffzufuhr oder Beatmung bei Beeinträchtigung der Lungenfunktion).

An Impfstoffen wird weltweit geforscht. Bislang (Stand Spätsommer 2020) sind die Ergebnisse ermutigend, aber wichtige Testphasen stehen noch aus. Zudem ist noch unklar, für welchen Zeitraum und in welchem Maß Impfstoffe Immunität gegen COVID-19 bieten werden.

Übertragungswege von COVID-19

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand überträgt sich das für die aktuelle Corona-Pandemie verantwortliche Virus SARS-CoV-2 auf drei Wegen:

  1. Schmierinfektion
    Bei der Schmierinfektion erfolgt die Übertragung entweder direkt durch Haut- oder Schleimhautkontakt mit einer infizierten Person oder indirekt über Berührung mit kontaminierten Gegenständen mit anschließender Aufnahme des Virus über Eintrittspforten am menschlichen Körper (etwa Reiben der Augen mit kontaminierten Händen). Auch der Verzehr von kontaminierten Speisen oder Getränken fällt in den Bereich der Schmierinfektion.
  2. Tröpfcheninfektion
    Bei der Tröpfcheninfektion erfolgt die Übertragung über Speichel und andere flüssige Absonderungen der Atemwege (Nasensekret, Sputum), die das Virus enthalten. Beim Ausatmen, Sprechen, Erbrechen sowie beim Niesen und Husten werden sie als Tröpfchen an die Umgebung abgegeben. Zur Infektion kann es kommen, wenn das Virus in ausreichender Menge anschließend auf Schleimhäute – meist des oberen Atemtrakts, möglich ist aber auch die Bindehaut der Augen – gelangt. Die abgegebenen Tröpfchen sinken infolge ihres Eigengewichtes in einem Umkreis von etwa 2 Metern zu Boden. Bei einem Aufenthalt innerhalb dieses Bereiches rund um eine infizierte Person muss von einem hohen Infektionsrisiko ausgegangen werden.
  3. Aerosolinfektion
    Bei der Aerosolinfektion handelt es sich um eine besondere Form der Tröpfcheninfektion. Beim Ausatmen, Sprechen, Erbrechen sowie beim Niesen und Husten werden neben den unter Punkt 2 beschriebenen Tröpfchen auch kleinste, unsichtbare Tröpfchen in Form von Aerosolen ausgeschieden. Als Aerosole bezeichnet man Partikel mikroskopischer Größe (Durchmesser zw. 0,1 nm und 10 μm), die wegen ihres geringen Gewichtes über längere Zeit nahezu schwebend in der Luft verbleiben können. Der Ausstoss von Aerosolen steigt mit intensivierter Atemtätigkeit stark an (etwa durch Gesang, Rufen, körperliche Tätigkeit). Ihre lange Schwebdauer führt dazu, dass sie sich durch Verwirbelungen und Bewegungen der Raumluft mit fortschreitender Zeitdauer in immer größeren Bereichen des Raums verteilen können. Zur Infektionen kann es dann nicht nur (wie bei Tröpfcheninfektion) im Nahumfeld des Infizierten kommen, sondern im ganzen Raum.

Bei zurückliegende größeren Ausbrüchen (so genannten Super-Spreading-Events wie z.B. Aprés-Ski-Parties, Karnevalsfeiern, Arbeit in der Fleischindustrie, religiöse oder private Feierlichkeiten mit Gesang) schienen vier Faktoren in besonderem Maße am Infektionsgeschehen beteiligt gewesen zu sein:

  • Geschlossener Raum
  • Schlechte Belüftung des Raums
  • Hohe Anzahl von anwesenden Personen im Raum
  • Höhere körperliche Aktivität einiger oder aller Anwesender im Raum

Diese Beobachtungen rückten in den letzten Wochen die Aerosolinfektion als einen möglicherweise zentralen Übertragungsweg des SARS-CoV-2-Virus in den Fokus.


COVID-19 und der Boxsport

Risiken des Kontaktsports in der Sporthalle

Bei der Übertragung von COVID-19 haben nach aktuell verbreiteter Auffassung die Infektionen durch Tröpfchen und Aerosole eine besondere Bedeutung (s.o. unter »Übertragungswege«). Daher gelten neben den allgemeinen Hygieneregeln die Wahrung von Abständen und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes überall dort, wo Abstände nicht gewährleistet werden können, als zentrale Bausteine der Pandemiebekämpfung.

Beim Boxsport gehen wir (unter normalen Umständen) im Training und Wettkampf

  • in geschlossenen Räumen
  • unter hoher Anstrengung
  • in engen Körperkontakt.

Dies und das Wissen über die Übertragungswege von COVID-19 machen klar: Ein üblicher Trainings- und Wettkampfbetrieb wie vor der Corona-Pandemie ist solange mit einem erhöhten Risiko verbunden, wie es keine deutlich verbesserten Behandlungsmöglichkeiten und/oder einen Schutz durch (Teil-)Immunisierung auf breiter Basis gibt (etwa durch wirksame und verfügbare Impfstoffe).

Abb. oben: Eine normale Situation des Boxtrainings mit Partnerübungen und Arbeit einzelner Sportler am Sandsack. Die halbkreisförmigen roten Flächen zeigen den Nahbereich um die Sportler an, in dem Tröpfchen niedergehen, die v.a. durch Atmung ausgestoßen werden. Der waagerechte rote Streifen zeigt die Verbreitung der Aerosole an, die ebenfalls durch Atmung (aber auch durch Sprechen, Niesen und Husten) ausgestoßen werden, aber im Gegensatz zu den Tröpfchen lange in der Luft schweben bleiben und sich in der ganzen Sporthalle verteilen können.

Die Corona-Strategie der Boxabteilung

Grundlegende Position

Wir nehmen die Corona-Pandemie ernst und halten sie für eine große medizinische und gesellschaftliche Herausforderung, wenngleich sie für den einzelnen Menschen vielleicht eine überschaubare Gefährdung sein mag.

Nach allem, was man über COVID-19 und seine Übertragungswege weiß oder annehmen muss, ist Boxen als körperlich anstrengender Vollkontaktsport vor allem in den üblichen Formen des Trainings und Wettkampfs (der i.d.R. in Hallen ausgeübt wird) mit Risiken verbunden.

In der Verantwortung unseren Mitgliedern gegenüber passen wir Trainingsinhalte, -abläufe und -formen sowie die Wettkampfaktivität der jeweils aktuellen Lage an. An erster Stelle steht die Gesundheit der Mitglieder, auch wenn wir wissen, dass eine 100%ige Sicherheit nicht erreichbar sein wird.

Die behördlichen Regelungen setzen den Rahmen unseres Handelns. Wo es vernünftig, angemessen und umsetzbar scheint, werden wir behördliche Regelungen zur Sicherheit unserer Mitglieder durch freiwillige, weiterreichende Maßnahmen ergänzen.

Trotz aller Vorsicht wollen wir aber an einem möglichst vollwertigen Boxtrainig festhalten.

Maßnahmen im Trainings- und Wettkampfbetrieb

Die Maßnahmen der Boxabteilung sind im aktuell gültigen Corona-Schutzkonzept dargestellt. Sie betreffen neben den Vorgaben der Allgemeinverfügung im Kern folgende Aspekte des Trainings:

  • Aufklärung und Information
  • Desinfektionsmaßnahmen (Hand- und Flächendesinfektion)
  • Verringerung der Gruppengrößen und Anmeldung zum Training über die App der Boxabteilung
  • Vermeidung von Begegnungen unterschiedlicher Trainingsgruppen
  • Messungen der Raumluftqualität
  • Reduzierung der Gefahr von Infektionseinträgen (etwa durch Corona-Warn-App)
  • Anpassung von Trainingsinhalten, -abläufen und -formen an pandemische Kennziffern
Abb. oben: Mit einem zertifizierten CO2-Messgerät wurde die Raumluftqualität während des Trainingsbetriebs gemessen. Die Ergebnisse waren überraschend gut.

Vor dem Herbst 2020 haben wir in zwei aufeinander folgenden Test-Trainingseinheiten an meheren Messpunkten in der Trainingshalle in mehreren Messreihen die Raumluftqualität anhand der CO2-Werte ermittelt. Die Werte lagen trotz der hohen körperlichen Tätigkeit ganz überwiegend im Bereich »hoher Raumluftqualität« (CO2-Werte geringer als 800ppm, vgl. Abbildung unten). Dies rechtfertigt die Annahme, dass wir während des Trainings in unserer Trainingshalle nicht von überdurchschnittlich hohen Aerosolbelastungen ausgehen müssen.

FC St. Pauli Boxen: Messergebnisse der Luftqualität in der ersten Trainingseinheit
Abb. oben: Die Messungen in der ersten Trainingseinheit ergaben in der Abschlussmessung am Ende der Trainingseinheit kurzfristig an nur zwei Stellen der Sporthalle lediglich »mittlere Raumluftqualität«, an allen anderen Messpunkten war während aller Messungen die Raumluft von »hoher Qualität«. Die Messpunkte waren durch die Spielfeldlinien des in der Halle eingezeichneten Volleyballfeldes eindeutig definiert (schwarze Linien in der Abb. oben)
C St. Pauli Boxen: Messergebnisse der Luftqualität in der zweiten Trainingseinheit
Abb. oben: Die Messungen in der zweiten Trainingseinheit ergaben wiederum ganz überwiegend gute Ergebnisse (»hohe Raumluftqualität«). Wie schon in der Trainingseinheit zuvor konnte nur zweimal vorübergehend nur eine »mittlere Raumluftqualität« gemessen werden.
Abb. oben: Die gemessenen Werte blieben weit unter der Grenze von 2.000 ppm, oberhalb derer man von einer hygienisch inakzeptablen Raumluftqualität spricht (dunkelrote Grenze). 44 der 48 Messungen lagen sogar im Bereich »hoher Raumluftqualität« (unter 800 ppm). Nur 4 Messungen zeigten an wenigen Messpunkten vorübergend eine bloß »mittlere Raumluftqualität«.
Probetraining und Neueintritte in die Boxabteilung

In den letzten Wochen erhalten wir verstärkt Anfragen, ob wieder die Möglichkeit zu Probetrainings besteht. Im Moment ist das leider aus zwei Gründen grundsätzlich noch nicht wieder möglich:

  1. Zur Zeit läuft unser Boxtraining noch ganz anders ab als sonst: Wegen Corona findet der überwiegende Teil der Trainingseinheiten noch draußen und ohne Kontakt statt, das heißt ohne Boxhandschuhe und ohne Partnerübungen. Nur die kleine Gruppe der Wettkämpfer trainiert schon wieder mit Handschuhen. Wer jetzt als Anfänger im Boxsport ein Training bei uns besuchen würde, würde sich also gar keinen Eindruck machen können, wie ein Boxtraining bei uns normalerweise aussieht. So macht ein Probetraining natürlich wenig Sinn, denn das Ziel eines Probetrainings ist es ja, den Sport und unser Training so kennenzulernen, wie es normalerweise ausgeübt wird.
  2. Mit Ausnahme des Outdoor-Fitness-Trainings werden im Moment alle Trainingseinheiten außerdem in stark verkleinerten Gruppen durchgeführt. Wenn wir outdoor Technik trainieren, sind wir maximal 12 Teilnehmer. Wenn wir (wie die Wettkämpfer jetzt schon) zurück in die Halle gehen, dürfen es sogar nur 10 Teilnehmer sein (inkl. Trainer). Zum Vergleich: In einigen Trainingsgruppen waren wir vor Corona um die 40 Teilnehmer! Das heißt: Bei diesen verkleinerten Gruppengrößen müssen wir ab Oktober an erster Stelle an unsere bestehenden Mitglieder denken. Wenn wir von den 10 Plätzen, die es im Training gibt, immer noch Plätze freihalten für Interessenten, die zum Probetraining kommen, würden wir das Angebot für unsere bestehenden Mitglieder noch einmal mehr verknappen.

Wir müssen also erst einmal abwarten, wie sich die Lage im Oktober und November entwickeln wird. Sollten wir feststellen, dass wir noch Kapazitäten haben, um interessierten Menschen Probetraining zu ermöglichen, werden wird das gerne wieder tun! Auf unserer Webseite werden wir dann einen entsprechenden Hinweis veröffentlichen.


Dokumente

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