Rund um deinen Start ins Boxen ergeben sich vielleicht einige Fragen. Die häufig vorkommenden Fragen haben wir hier zusammengestellt. Wenn du eine Frage hast, auf die hier keine Antwort gegeben ist, kannst du gerne über das Kontaktformular mit uns in Verbindung treten.


Ich möchte mit dem Boxen beginnen. Welche Ausrüstung benötige ich für ein sinnvolles Boxtraining?
Zunächst einmal: Für das Probetraining brauchst du außer normalen Sportsachen für Hallensport nichts weiter anzuschaffen. Sollten in deinen ersten Trainingsstunden überhaupt Boxhandschuhe notwendig sein, so können wir dir höchstwahrscheinlich Leihhandschuhe zur Verfügung stellen.

Wenn du später Mitglied wirst, solltest du dir nach und nach einen Zahnschutz (ca. 10 EUR), Bandagen (ca. 5 – 10 EUR), Boxhandschuhe (12 oder 14 Unzen Gewicht, zw. 40 und 80 EUR) und ein Springseil zulegen. Auch Sandsackhandschuhe empfehlen sich irgendwann, weil du damit deine eigentlichen Boxhandschuhe schonst. Damit wäre die Grundausstattung aber schon vollständig. Und sicherlich ist nicht alles auf einmal erforderlich.

Wer intensiver einsteigt, wird irgendwann vielleicht auch über die Anschaffung von Boxstiefeln nachdenken (zw. 40 und 180 EUR), die wegen ihrer flachen Sohlen ein direkteres Bodengefühl ermöglichen und darum die Beinarbeit verbessern helfen.

Ich habe lange keinen Sport mehr betrieben. Bin ich einem Boxtraining ohne Vorbereitung überhaupt gewachsen?
Du musst nicht trainieren, um zum Training zu kommen. Vorsätze wie »Ich gehe erst einmal zwei Monate joggen, um dann zum Boxen zu gehen!« sind meistens nur Ausreden, um dann doch nie die Sporttasche zu packen. Du kannst beruhigt sein: In der Anfängergruppe wirst du mit ziemlicher Sicherheit jedes Mal auch auf andere treffen, die zum ersten Mal da sind und sich auch nicht extra fit gemacht haben.

Nein, es ist Aufgabe der Trainer, einen jeden Teilnehmer mit seinen jeweiligen Voraussetzungen an das Boxen heranzuführen. – Natürlich ist Boxen auch konditionell ein sehr anspruchsvoller Sport. Das ist ja vielleicht auch gerade einer der Gründe, warum du dich für diesen Sport entschieden hast. Aber ebenso, wie wir Technik aufbauen, so arbeiten wir auch an der Kraft und Kondition. Eines erwarten wir jedoch: Das jeder Teilnehmer im Rahmen seiner Möglichkeiten ernsthaft mittrainiert. Der erste Sieg ist immer schon der über seinen eigenen Schweinehund.

Ein Wort aber noch zu den gesundheitlichen Voraussetzungen: Grundsätzlich ist Boxen für alle möglich. In einigen Fällen empfiehlt sich aber vielleicht eine Vorabklärng durch einen Arzt. Nämlich dann, wenn Anlaß zur Annahme bestehen könnte, dass durch die individuelle gesundheitliche Vorgeschichte die Belastungsfähigkeit der inneren Organe oder des Bewegungsapparates eingeschränkt sein könnte.

Beruflich kann ich mir ein blaues Auge schlecht leisten. Muss ich damit oder mit anderen Verletzungen rechnen?
Boxen ist an sich kein verletzungsträchtiger Sport. Obwohl der Sport (zumindest in seiner wettkampforientierten Form) im Vollkontakt ausgeübt wird und auch die Kampfunfähigkeit des Gegners im Wettkampf ein legitimes Ziel ist, sind ernsthafte Verletzungen sehr selten. Und wer den Sport ohne Wettkampforientierung betreibt, muss sich nochmal weniger Gedanken machen.

Ein blaues Auge oder gar eine gebrochen Nase können vorkommen, sind äusserst seltene Zwischenfälle. Eher kommt es mal zu Verstauchungen (vor allem am Daumen) oder Nasenbluten. Auch eine Rippenprellung kann bei Körpertreffern vorkommen. Insgesamt sind Verletzungen aber seltener und weniger schwerwiegend als beim Fuß- oder Handball.

Die bei vielen Ballsportarten häufig vorkommenden Bänderrisse (z.B. der beim Fußball gefürchtete Kreubandriss im Kniegelenk) sind im Boxsport fast unbekannt. Natürlich: Ohne Risiko ist natürlich nur der, der sich nicht aus seinem Sessel fortbewegt. Aber der wird seine Lebenserwartung wegen mangelnder Bewegung aufs Spiel setzen.

Ich bin an Wettkämpfen interessiert. Habe ich bei euch die Möglichkeit dazu?
Wie du unter Training Trainingsruppen Boxen als Wettkampfsport sehen kannst, gibt es in der Boxabteilung des FC St. Pauli auch die Möglichkeiten zu regulären Wettkämpfen im Olympischen Boxen. Wir freuen uns auch über jeden, der an Kämpfen interessiert ist. Der Weg dahin wird jedoch oft unterschätzt. Vielleicht handhaben wir das mit den Kämpfen auch ein wenig anders als der eine oder andere Verein. Kämpfen wird bei uns nämlich nur der, den wir als Sportler und Menschen kennengelernt haben und von dem wir mit hinreichender Sicherheit annehmen dürfen, dass folgende Punkte stimmen:

  • Technik
  • Taktik
  • Kondition
  • Mentale Einstellung

Bei Sportlern, die in den Ring gehen wollen, sehen wir uns in einer besonderen Verantwortung. Wir möchten, dass sie zunächst für sich selbst und dann für den Verein eine gute Figur machen – sogar dann, wenn sie verlieren sollten. Unser Ziel ist, dass der Sportler alles für den Sieg tut, aber keinesfalls alles von ihm abhängig macht. Nur dann wird der Kopf frei sein für gutes Boxen, nur dann wird der Sportler als Mensch mit Sieg und Niederlage gleichermaßen wachsen. Mehr Informationen findest du unter .

Ich habe bereits Vorerfahrungen. Muss ich trotzdem in die Breitensportgruppe?
Welche Trainingsgruppe für dich richtig ist, hängt nicht nur von deinem boxsportlichen Niveau ab, sondern außerdem auch von deinen sportlichen Zielen und Möglichkeiten. Auch in der Breitensportgruppe bieten wir das komplette boxerische Programm – mit Ausnahme von vielleicht wirklich wettkampfnahen Inhalten.

In der leistungsorientierten Trainingsgruppe erwarten wir nicht nur eine solide boxerische Ausbildung, sondern wünschen uns auch eine regelmäßige Trainingsteilnahme.

Natürlich wird es uns nicht entgehen, wenn jemand ganz offensichtlich bereits eine solide Grundausbildung genossen hat, motiviert ist und sich daher vielleicht für das leistungsorientierte Boxen empfiehlt. In solchen Fällen werden wir natürlich entsprechend handeln. Aber Hand aufs Herz: Es ist doch netter, eine solche Einladung gegebenenfalls vom zuständigen Trainer zu bekommen als wenn man hören muss, dass es für die Leistungsgruppe nicht ganz reicht, oder? Gerne kannst du uns aber bereits bei der Anmeldung zum Probetraining deine »boxerische Laufbahn« mit kurzen Worten schildern.

Ich bin Brillenträger. Kann ich trotzdem boxen?
Bei vielen Übungen wirst du eine Brille aufbehalten können. Auch Kraft- und Ausdauertraining oder Gerätetraining können in der Regel mit Brille ausgeführt werden. Wenn für Partnerübungen oder im Sparring jedoch die Boxhandschuhe angezogen werden, muss die Brille abgesetzt werden, um Verletzungen zu vermeiden. Wenn du ohne Brille nicht mehr hinreichend sehen kannst, empfiehlt sich die Anschaffung weicher Kontaktlinsen. Die dürfen sogar im Wettkampf getragen werden.
Als Frau interessiere ich mich für Boxen. Wie hoch ist der Frauenanteil bei euch?
Frauenboxen hat sich in den vergangenen Jahren auch an der sportlichen Basis aus dem Nischendasein verabschiedet. Das spiegelt sich auch in unserer Mitgliederstruktur wider: Über 20 Prozent unserer Mitglieder sind weiblichen Geschlechts. Damit liegt der Frauenanteil höher als beim Fußball (10%). Fazit: Als Frau wirst du bei uns auch auf andere Frauen und Mädchen treffen, die sich mit viel Begeisterung die Handschuhe schnüren.
Ich suche einen Kampfsport, der mir als Selbstverteidigung auf der Straße hilft. Ist Boxen dazu geeignet?
Um mit einem möglichen Missverständnis gleich aufzuräumen: Wir unterrichten und trainieren Boxen als ein geschlossenes sportliches System, das nach festen Regeln ausgeübt wird. Ein Beispiel: Ein Boxkampf wird nach den bestehenden Regeln immer dann unterbrochen, wenn ein anderer Körperteil als der Fuß den Boden berührt. Daher trainieren wir keinen Bodenkampf. In Notwehr- und Nothilfesituationen wird es aber in der Regel nach wenigen Momenten am Boden weitergehen. Hier wäre ein Judoka dem Boxer gegenüber im Vorteil.

Dennoch kann man sagen, dass jeder Kampfsport eine gewisse Sicherheit vermitteln kann, sich unter Stress auf seinen Körper, Kopf und gewisse Bewegungsabläufe verlassen zu können. Mit diesem Gefühl geht man anders durch die Welt. Nicht selten merkt man, dass man mit diesem Selbstbewusstsein die eine oder andere Situation, die einem früher Sorge bereitet hätte, anders erlebt und gestalten kann. Das beste ist natürlich immer noch, solche Situationen mit Klugheit zu vermeiden.

Ich möchte sehr intensiv trainieren, aber nicht unbedingt Wettkämpfe machen. Welche Möglichkeiten habe ich bei euch?
Wir haben den Leistungssportbereich auch für all jene Sportler geöffnet, die Boxen intensiv, aber ohne Wettkampfabsicht betreiben wollen. Das Training findet gemeinsam mit den Wettkämpfern statt. In konditioneller und mentaler sowie in technischer und taktischer Hinsicht sind hier wettkampfnahe Inhalte möglich
Mein Kind interessiert sich für Boxen. Ab welchem Alter kann es am Training teilnehmen?
Wir bieten kein reines Kindertraining an. Mit Ausnahme des Jugendtrainings trainieren unsere jungen Sportler zusammen mit den Erwachsenen. Im Großen und Ganzen sollen unsere Mitglieder ein Alter haben, in denen sie dies (bei aller Rücksichtnahme) leisten können. Daher halten wir ein Einstiegsalter von etwa 14 Jahren für angemessen.
Ich trage eine Zahnspange. Gibt es da überhaupt einen passenden Zahnschutz?
Ja, es gibt Zahnschutze, die hierfür geeignet sind. Füttere die Suchmaschine deines Vertrauens mit den Begriffen »Zahnschutz« und »Zahnspange« und du wirst entsprechende Hinweise und Bestellmöglichkeiten finden.
Mein Interesse am Boxsport habe ich erst spät entdeckt. Bis zu welchem Alter macht es noch Sinn, mit dem Boxen anzufangen?
Es gibt kein Alterslimit für das Boxen. Bei uns trainieren Menschen von 11 bis 55 Jahren. Eine Beschränkung gibt es nur im Hinblick auf Wettkämpfe. Hier setzen die Regeln des Verbandes Grenzen: Seinen ersten Kampf muss man vor dem 30. Lebensjahr gemacht haben und darf längstens bis zum 40. Lebensjahr als Olympischer Boxer in den Ring. Der größte Teil des Sports besteht aber für alle sowieso aus dem Training, das bei Fortgeschrittenen durchaus auch Sparringskämpfe enthalten wird, die in der Regel mit Aufgabenstellungen und bedingter Härte ausgetragen werden.

Wo aber aus individuellen Gründen Sportler Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit annehmen müssen, empfiehlt sich im Zweifelsfall vor Beginn mit dem Boxen die Rücksprache mit einem Arzt. Diese Gründe können unter anderen Vorerkrankungen oder bestehende Schädigungen des Bewegungsapparates oder des Herz- und Kreislaufsystems sein und sind grundsätzlich erst einmal altersunabhängig. Boxen ist sicherlich kein Kardio- oder Rehasport, aber bei altersgemäßem Einsatz und grundsätzlicher Gesundheit kann Boxen selbstverständlich auch von älteren Sportlern betrieben werden.