Wie jeder Sport hat auch das Boxen eine Fül­le von Fach­be­grif­fen her­vor­ge­bracht, die sich auf die Aus­übung des Sports in Trai­ning und Wett­kampf, auf die ver­wen­de­ten Gegen­stän­de und auf die Regeln bezie­hen. Mit die­sem klei­nen Lexi­kon bzw. Glos­sar wol­len wir Inter­es­sier­ten eine klei­ne Hil­fe­stel­lung geben.

AIBA (Abk. für Inter­na­tio­nal Boxing Association)

→ IBA

A‑Lizenz

→ Trai­ner

Alters­klas­sen

Um mög­lichst aus­ge­gli­che­ne Kampf­paa­run­gen zu ermög­li­chen, sind die Sport­ler nicht nur in → Gewichts­klas­sen, son­dern vor allem auch in 5 Alters­klas­sen eingeteilt:

  1. Schü­ler (U13) sind Boxer, die das 10. Lebens­jahr über­schrit­ten, aber am Stich­tag (31.12. des Vor­jah­res) das 12. Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben.
  2. Kadet­ten (U15) sind Boxer, die am Stich­tag (31.12. des Vor­jah­res) das 12. Lebens­jahr über­schrit­ten, aber das 14. Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben.
  3. Junio­ren (U17) sind Boxer, die am Stich­tag (31.12. des Vor­jah­res) das 14. Lebens­jahr über­schrit­ten, aber das 16. Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben.
  4. Jugend (U19) sind Boxer, die am Stich­tag (31.12. des Vor­jah­res) das 16. Lebens­jahr über­schrit­ten, aber das 18. Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben.
  5. Erwach­se­ne sind Boxer, die das 18. Lebens­jahr voll­endet haben.

Bei Meis­ter­schaf­ten und ande­ren hoch­wer­ti­gen Tur­nie­ren dür­fen nur Boxer ein- und der­sel­ben Alters­klas­se gegen­ein­an­der boxen. Bei nor­ma­len Ver­gleichs­kämp­fen kön­nen im Bereich des → DBV auch über Alters­klas­sen hin­weg Kämp­fe ange­setzt wer­den, wenn der Alters­un­ter­schied zwi­schen bei­den Sport­lern 24 Mona­te nicht übersteigt.

Ama­teur­bo­xen

Frü­her und zum Teil heu­te noch gebräuch­li­che Bezeich­nung für das → olym­pi­sche Boxen.

Anzäh­len

Geht der Boxer nach Wir­kungs­tref­fern zu Boden oder ist auch ste­hend infol­ge von Tref­fern ver­tei­di­gungs­un­fä­hig, so wird der getrof­fe­ne Boxer ange­zählt. Der Ring­rich­ter (→ Kampf­ge­richt) zählt dabei immer bis 8 und prüft dann, ob der ange­zähl­te Boxer wie­der kampf­fä­hig und kampf­be­reit ist. Ist er es nicht, zählt der Ring­rich­ter bis 10 wei­ter und been­det den Kampf. Bei einem schwe­ren → Nie­der­schlag muss der Ring­rich­ter ohne Anzäh­len sofort auf → K.O. ent­schei­den und den Arzt hin­zu­ru­fen. Wäh­rend des Anzäh­lens hat der ande­re Boxer in eine neu­tra­le (wei­ße) Ecke des Rings zu gehen.

APB (Abk. für AIBA Pro Boxing)

Die APB war der 2015 gestar­te­te und 2016 ein­ge­stell­te Ver­such der → AIBA, unter dem Dach des Welt­ver­ban­des auch Pro­fi­bo­xen zu eta­blie­ren. Die Pro­fis der APB behiel­ten, da Teil der AIBA, Zugangs­recht zu den Olym­pi­schen Spielen.

Auf­wärts­ha­ken

→ Haken

Links­aus­le­ger

Ganz ähn­lich wie die meis­ten Men­schen ent­we­der Rechts- oder Links­hän­der sind, haben die meis­ten Boxer auch eine bevor­zug­te Schritt-Kör­per-Stel­lung. Ste­hen sie in der boxe­ri­schen Grun­stel­lung intui­tiv mit dem lin­ken Bein vor­ne, spricht man von »Links­aus­le­gern«. Bevor­zu­gen sie das rech­te, nennt man sie »Rechts­aus­le­ger«. Der über­wie­gen­de Teil der Boxer boxt in der Links­aus­la­ge, die dar­um auch als »Nor­mal­aus­la­ge« bezeich­net wird. Rechts­aus­le­ger sind für vie­le Links­aus­le­ger unge­wohnt zu boxen. Die sel­te­ner vor­kom­men­de Aus­la­ge erfor­dert beim Links­aus­le­ger zum Teil ver­än­der­te Tak­ti­ken, Tech­ni­ken und Bewe­gun­gen. Zudem sind die Distan­zen ver­än­dert. Der Rechts­aus­le­ger hin­ge­gen ist gewohnt, mit Links­aus­le­gern zu boxen. Gute Boxer kön­nen auch wäh­rend des Kamp­fes in die ande­re Aus­la­ge wech­seln und damit überraschen.

Aus­weich­be­we­gung

Von einer Aus­weich­be­we­gung spricht man, wenn ein Boxer einen Schlag ver­mei­den will, indem er sei­ne Kör­per­be­we­gung mit einem Schritt ver­bin­det. → auch Meidbewegung

Ball­hand­schu­he

→ Gerä­te­hand­schu­he

Ban­da­gen

Ban­da­gen sind ver­bands­ähn­li­che Bin­den aus Baum­wol­le, die der Boxer um Hand- und Fin­ger­ge­len­ke wickelt. Sie dür­fen maxi­mal 4,5 Meter lang sein. Um das Bin­den der Ban­da­gen zu erleich­tern, sind sie meist mit einer Dau­men­schlau­fe und einem Klett­ver­schluss ver­se­hen. Ban­da­gen sta­bi­li­sie­ren die Gelen­ke sowie die Kno­chen der Mit­tel­hand und hel­fen vor Ver­let­zun­gen zu schüt­zen. Dar­über hin­aus ver­hin­dern sie, dass das Inne­re des Box­hand­schuhs all­zu schweiß­nass wird. Für Wett­kämp­fe sind sie ver­bind­lich vor­ge­schrie­ben. Die Ver­wen­dung von Tapes zur Ver­stär­kung der Ban­da­gen ist nicht zulässig.

Blaue Ecke

→ Rin­ge­cken

B‑Lizenz

→ Trai­ner

Box­poin­ter

Der Box­poin­ter ist eine Soft­ware für die Bewer­tung eines Kamp­fes durch die Punkt­rich­ter (→ Kampf­ge­richt). Jeder der 5 Punkt­rich­ter hat ein Bedien­ele­ment vor sich auf dem Tisch, über das er am Ende der Run­de per Tas­ten­druck die Wer­tung für den Boxer aus der roten oder der blau­en Ecke geben kann. Die Wer­tun­gen der ein­zel­nen Punkt­rich­ter wer­den in einem ange­schlos­se­nen Com­pu­ter zusam­men­ge­führt und zu einem End­ergeb­nis jeder Run­de und abschlie­ßend des gan­zen Kamp­fes aus­ge­wer­tet (→ Punktwertung).

Das Bedien­ele­ment des Box­poin­ters: Die Punkt­rich­ter geben hier­über ihre Wer­tun­gen für den Kämp­fer aus der roten und blau­en Ecke ein. Der Sie­ger der Run­de behält immer 10 Punk­te, der Ver­lie­rer muss über die Pfeil­tas­ten auf 9, 8 oder 7 Punk­te »her­un­ter­ge­drückt« wer­den (6 Punk­te dür­fen seit 2017 nicht mehr ver­ge­ben werden).
Box­ring

Ein Box­ring nach den Vor­ga­ben des → DBV misst zwi­schen 4,90 m und 6,10 m im Qua­drat (Seil­län­ge). Er ist begrenzt durch drei oder vier Sei­le. Das Ring­po­dest muss auf allen Sei­ten min­des­tens 50 cm grö­ßer sein als das Seil­qua­drat. Sein Boden ist mit einem däm­men­den Mate­ri­al belegt und mit einer sta­bi­len und fest gespann­ten Segel­tuch­pla­ne über­zo­gen. Die vier Ecken des Rings tei­len sich auf in zwei sog. »neu­tra­le Ecken« (mit wei­ßen Ecken­pols­tern) und in jeweils eine rote und blaue Ecke (mit Pols­tern in ent­spre­chen­den Far­ben). Die far­bi­gen Ecken sind jeweils einem Kämp­fer als »Hei­mat« zuge­ord­net. In die­sen Ecken fin­det wäh­rend der Run­den­pau­sen die Betreu­ung der Boxer statt. Die Rin­ge­cken der Kämp­fer sind mit einer Sitz­ge­le­gen­heit für die Pau­se aus­ge­stat­tet. Die meis­ten Wett­kampf­rin­ge sind sog. »Hoch­rin­ge«, bei denen der Ring­bo­den maxi­mal 1,22 über dem Hal­len­bo­den lie­gen darf. Es gibt aber auch eben­erdi­ge Box­rin­ge, die jedoch meist nur zum Trai­ning oder für klei­ne Ver­an­stal­tun­gen genutzt wer­den. Box­rin­ge für gro­ße inter­na­tio­na­le Tur­nie­re wie Welt­meis­ter­schaf­ten oder die Box­kämp­fe im Rah­men der Olym­pi­schen Spie­le mes­sen stets 6,10 m im Qua­drat, haben stets 4 Sei­le und ein etwas grö­ße­res Podest.

Rund um den Box­ring sind die Plät­ze für die Punkt­rich­ter (→ Kampf­ge­richt) sowie die ande­ren »Offi­zi­el­len«, die zur Durch­füh­rung des Wett­kampfs erfor­der­lich sind: Ring­arzt, Pro­to­koll­füh­rer, Super­vi­sor, Ring­spre­cher und Zeit­neh­mer (s. Abb. unten).

Abb. oben: Die Abmes­sun­gen des Rings, wie die AIBA es für inter­na­tio­nal bedeut­sa­me Ver­an­stal­tun­gen vorschreibt.
Abb. oben: Der Box­ring von oben mit mit den Plat­zie­run­gen aller Per­so­nen, die zur Durch­füh­rung einer Box­ver­an­stal­tung erfor­der­lich sind. Die Anzahl der Punkt­rich­ter kann bei klei­ne­ren Ver­an­stal­tun­gen von 5 auf 3 redu­ziert sein. Bei Olym­pia­den und Welt­meis­ter­schaf­ten ist die Anord­nung etwas abwei­chend: Der Ring­arzt und Zeit­neh­mer sit­zen am Ring. Außer­dem haben Eva­lua­to­ren, die die Kampf­rich­ter­leis­tun­gen bewer­ten, Plät­ze in der Nähe des Rings.
C‑Lizenz

→ Trai­ner

DBV (Abk. für Deut­scher Boxsport-Verband)

Der DBV ist der deut­sche Sport­fach­ver­band des Olym­pi­schen Boxens mit Sitz in Kas­sel (Hes­sen). Er ist Mit­glied im → »Deut­schen Olym­pi­schen Sport­bund« (DOSB) und in der → AIBA. Er rich­tet u.a. jähr­lich in den ver­schie­de­nen Alters­klas­sen die Deut­schen Meis­ter­schaf­ten aus, organ­siert das Liga­bo­xen, betreibt die Olym­pia­stütz­punk­te und bestimmt die deut­schen Teil­neh­mer an den Euro­pa- und Welt­meis­ter­schaf­ten sowie an den Olym­pi­schen Spie­len. Das von der AIBA erlas­se­ne Regel­werk des Olym­pi­schen Boxens setzt er in ein natio­na­les Regel­werk um. Außer­dem ist er für die Aus­bil­dung von Trai­nern und Kampf­rich­tern zuständig.

Deckung

Deckung ist eine pas­si­ve Ver­tei­di­gungs­hand­lung. Hän­de und Arme wer­den dabei so vor die Tref­fer­flä­chen an Kör­per und Kopf bewegt, dass der geg­ne­ri­sche Schlag damit ent­we­der gänz­lich abge­wehrt oder zumin­dest in sei­ner Wir­kung abge­schwächt wird. Ein durch die Deckung abge­wehr­ter oder behin­der­ter Schlag zählt nach den Regeln der → Wett­kampf­be­stim­mun­gen nicht als Tref­fer. Trotz­dem kos­ten Schlä­ge auf die Deckung auch dem Abweh­ren­den Kraft.

DOSB (Abk. für Deut­scher Olym­pi­scher Sportbund)

Der DOSB ist nach dem 2006 erfolg­ten Zusam­men­schluss des »Deut­schen Sport­bun­des« (DSB) und des »Natio­na­len Olym­pi­schen Komit­tees« (NOK) die Dach­or­ga­ni­sa­ti­on des Sports in Deutsch­land. Die Lan­des­sport­bün­de und die Sport­fach­ver­bän­de sind in ihm orga­ni­siert. Über die rund 91.000 ange­schlos­se­nen Ver­ei­ne ver­tritt der DOSB die Inter­es­sen von über 27 Mil­lio­nen Sport­lern. Sei­ner­seits ist der DOSB in meh­re­ren inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen ver­tre­ten, u.a. auch im Inter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Komit­tee. Im DOSB ist auch der → DBV als Sport­fach­ver­band vertreten.

Das Olym­pi­sche Boxen fin­det im »öffent­lich-recht­li­chen« Sport­sys­tem Deutsch­lands unter dem Dach des Deut­schen Olym­pi­schen Sport­bun­des statt. Es sit damit ein Ver­eins­sport wie Fuß­ball oder Handball.
Dia­go­nal­gang

Von Dia­go­nal­gang spricht man im Rah­men der Schlag-Schritt-Koor­di­na­ti­on dann, wenn im Moment der Schlag­aus­füh­rung die Hand der einen Sei­te zusam­men mit dem Fuß der ande­ren Sei­te nach vor­ne gebracht ist: Schritt mit links und Schlag mit rechts bzw. Schritt mit rechts und Schlag mit links. → auch Passgang

Dis­qua­li­fi­ka­ti­on

→ Kampf­ent­schei­dun­gen

Dop­pe­lend­ball

An sei­ner Ober- und Unter­sei­te federnd auf­ge­häng­ter Ball, bestehend aus einer Gum­mi­bla­se mit Leder­man­tel. Wird zum Trai­ning von Reak­ti­ons­ver­mö­gen, Treff­si­cher­heit und Timing benutzt. Ins­be­son­de­re Kon­ter­s­kills kön­nen somit geför­dert werden.

Dou­blet­te

Eine Dou­blet­te (auch Dop­pel­schlag genannt) ist die zwei­fa­che, schnel­le Aus­füh­rung ein- und des­sel­ben Schla­ges unmit­tel­bar hintereinander.

Ermah­nung

Eine Ermah­nung spricht der Ring­rich­ter bei einem regel­wid­ri­gen Ver­hal­ten aus. Er kann die Ermah­nung im lau­fen­den Kampf aus­spre­chen oder aber den Kampf dafür unter­bre­chen. Es liegt in der Ent­schei­dungs­frei­heit des Ring­rich­ters, wie häu­fig er ermah­nen will, bevor er eine → Ver­war­nung aus­spricht. Im Gegen­satz zur Ver­war­nung ist die Ermah­nung für die → Punkt­wer­tung folgenlos.

EUBC (Abk. für Euro­pean Boxing Confederation)

Die euro­päi­sche Dach­or­ga­ni­sa­ti­on des Olym­pi­schen Boxens. Die EUBC ist Mit­glied in der → AIBA, der Welt­or­ga­ni­sa­ti­on des Olym­pi­schen Boxens.

Abb. oben: Das Logo des euro­päi­schen Kon­ti­nen­tal­ver­ban­des EUBC.
Fin­te

Eine Fin­te ist ein ange­täusch­ter Schlag bzw. die Antäu­schung eines den Schlag vor­be­rei­ten­den Han­delns (z.B. Gewichts­ver­la­ge­rung, Schritt­aus­füh­rung). Fin­ten sol­len i.d.R. den Geg­ner dazu ver­an­las­sen, sei­ne Deckung in Rich­tung des erwar­te­ten Tref­fers zu bewe­gen, um dann eine bes­se­re Tref­fer­chan­ce an nun­mehr weni­ger gut gedeck­ten Tref­fer­flä­chen zu erlangen.

Frau­en­bo­xen

Die Tätig­keit von Frau­en als Akteu­rin­nen und Offi­zi­el­le im von Män­nern domi­nier­ten Box­sport ist seit jeher und über lan­ge Zeit eine Rand­er­schei­nung gewe­sen. Das weib­li­che Enga­ge­ment galt, unge­ach­tet sei­nes bis an den Anfang des 18. Jahr­hun­derts zurück ver­folg­ba­re Geschich­te, bis in die 80er und 90er Jah­re des 20. Jahr­hun­derts als nicht för­de­rungs­wür­dig, und zwar im Pro­fi- wie im Ama­teur­be­reich glei­cher­ma­ßen. Mit der Eta­blie­rung des ers­ten Pro­fi­box­ver­ban­des für Frau­en (Women’s Inter­na­tio­nal Boxing Fede­ra­ti­on) und dem Beschluss der AIBA, Frau­en im Ama­teur­sport zuzu­las­sen, änder­te sich Mit­te der Neun­zi­ger Jah­re zumin­dest die for­ma­le Situa­ti­on der Boxe­rin­nen. Im Jah­re 2012 nah­men weib­li­che Ama­teu­re erst­mals an den Olym­pi­schen Spie­len teil.

Führ­hand

Als Führ­hand bezeich­net man jene Hand des Boxers, die in der Grund­stel­lung am dich­tes­ten an sei­nem Geg­ner ist. Führ­hand und Bein­stel­lung kor­re­spon­die­ren mit­ein­an­der: Bei Links­aus­le­gern, die in der Grund­stel­lung den lin­ken Fuß vor­ne haben, ist die lin­ke Hand die Führ­hand. Bei Rechts­aus­le­gern ver­hält es sich anders­her­um. Die Führ­hand ist meist die weni­ger schlag­star­ke Hand. Den­noch kommt ihr eine ent­schei­den­de Bedeu­tung zu: Sie ist, bedingt durch die Kör­per­stel­lung, jene Hand, die am dich­tes­ten am Geg­ner ist. Im Regel­fall eröff­net sie die Aktio­nen des Angriffs oder der Ver­tei­di­gung. Der Boxer ver­sucht im Regel­fall mit Führ­hand­schlä­gen die Wir­kungs­schlä­ge der → Schlag­hand vor­zu­be­rei­ten. Der Arbeit mit der Führ­hand kommt daher gro­ße tak­ti­sche Bedeu­tung zu.

Gera­de

Als Gera­de bezeich­net man einen Schlag, der mit fast voll­stän­dig gestreck­tem Arm trifft und in einer nahe­zu gera­den Bewe­gungs­li­nie aus­ge­führt wird. Wegen der Stre­ckung des Arms ist es der Schlag mit der höchs­ten Reich­wei­te und wird daher vor­zugs­wei­se in der → Lan­gen Distanz angewandt.

Gerä­te­hand­schu­he

Gerä­ten­hand­schu­he (oft auch »Ball­hand­schu­he« oder »Sand­sack­hand­schu­he« genannt) sind spe­zi­el­le Hand­schu­he für das Trai­ning am Sand­sack, an fest mon­tier­ten Schlag­pols­tern, Pun­ching­balls oder ande­ren Gerä­ten. Sie sind weni­ger stark gepols­tert als Box­hand­schu­he und kön­nen einen unter­schied­li­chen Schnitt haben. Nor­ma­le Box­hand­schu­he wür­den beim Gerä­te­trai­ning schnell ver­schlei­ßen. Vor allem die Pols­te­rung der nor­ma­len Box­hand­schu­he nimmt durch das Gerä­te­trai­ning Scha­den, so dass sie für Part­ner­übun­gen bald nicht mehr geeig­net sind.

Gewichts­klas­sen

Um mög­lichst aus­ge­gli­che­ne Kampf­paa­run­gen zu ermög­li­chen, sind die Sport­ler nicht nur in Alters­klas­sen, son­dern auch in Gewichts­klas­sen ein­ge­teilt. Bei Meis­ter­schaf­ten und ande­ren hoch­wer­ti­gen Tur­nie­ren dür­fen nur Boxer ein- und der­sel­ben Gewichts­klas­se gegen­ein­an­der boxen. Bei nor­ma­len Ver­gleichs­kämp­fen kön­nen im Bereich des Deut­schen Box­sport­ver­ban­des auch über Gewichts­klas­sen hin­weg Kämp­fe ange­setzt wer­den, wenn der Gewichts­sun­ter­schied zwi­schen bei­den Sport­lern nicht grö­ßer ist als die Gewichts­klas­sen­span­ne, die der leich­te­re der bei­den aus sei­ner Gewichts­klas­se kennt. Die Gewichts­klas­sen sind alters- und geschlechts­ab­hän­gig etwas unter­schied­lich fest­ge­setzt. Das aktu­el­le Gewicht eines Kämp­fers wird zwei Stun­den vor dem Wett­kampf beim offi­zi­el­len → Wie­gen ermit­telt. Eine Über­sicht über alle Gewichts­klas­sen fin­dest du unter http://​www​.st​-pau​li​-boxen​.de/​g​e​w​i​c​h​t​s​k​l​a​s​s​e​n​-​u​n​d​-​a​l​t​e​r​s​k​l​a​s​s​e​n​-​b​o​xen

Gol­den Gloves

Tra­di­ti­ons­rei­che und renom­mier­tes­te Ama­teur­box­tur­nier­rei­he in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Seit 1923 ste­hen ein­an­der in regio­na­len und natio­na­len Kampf­ver­an­stal­tun­gen jun­ge Boxer gegen­über und finan­zie­ren mit ihren Auf­trit­ten u.a. kari­ta­ti­ve Pro­jek­te. Unter­stützt von nam­haf­ten Tages­zei­tun­gen und einem gleich­na­mi­gen Fran­chise-Unter­neh­men die­nen die Gol­den Gloves als medi­al gut geco­ver­te Büh­ne für jun­ge Talen­te. Joe Lou­is, Muham­mad Ali oder Floyd May­wea­ther Jr. waren vor ihrer Pro­fi­kar­rie­re Golden-Gloves-Champions.

Gür­tel­li­nie

Als Gür­tel­li­nie bezeich­net man jene Linie, unter­halb derer Schlä­ge ver­bo­ten sind und als Tief­schlag ermahnt oder ver­warnt wer­den. Bei der Wett­kampf­klei­dung ist die Gür­tel­li­nie durch den Hosen­band gekenn­zeich­net, der zu bes­se­ren Erkenn­bar­keit eine deut­lich ande­re Far­be haben muss als das Ober­teil des Trikots.

Gym

Bezeich­net im Eng­li­schen den all­täg­li­chen Trai­nings­ort des Boxers, meint aber auch eine bestimm­te Art des Trai­nings­an­ge­bots. Das Gym bie­tet, ähn­lich einem her­kömm­li­chen Fit­ness­stu­dio bei uns, kei­ne bestimm­ten Trai­nings­zei­ten, son­dern Öff­nungs­zei­ten. Die Sport­ler kom­men und gehen, wie es das per­sön­li­che Trai­nings­pro­gramm vor­sieht oder der indi­vi­du­el­le Lebens­wan­del erlaubt. Man trai­niert den gan­zen Tag in wie­der­keh­ren­den Inter­val­len neben­ein­an­der und mit­ein­an­der. Gyms sind klas­si­scher­wei­se kei­ne Mehr­zweck- son­dern aus­schließ­li­che Box­hal­len mit haupt­amt­li­chen Betreu­ern. Bekann­te Gyms sind Gleason’s Gym in der South Bronx, das Kronk in Detroit oder das Uni­ver­sum-Gym in Wandsbek.

HABV (Abk. für Ham­bur­ger Amateurboxverband)

Der HABV ist der für Ham­burg zustän­di­ge regio­na­le Fach­ver­band für das Olym­pi­sche Boxen / Ama­teur­bo­xen. Ham­bur­ger Ver­ei­ne müs­sen sich dem HABV anschlie­ßen, wenn sie an Olym­pi­schen teil­neh­men oder sol­che ver­an­stal­ten wol­len. In Ham­bur­ger Stadt­teil Als­ter­dorf unter­hält der HABV eine eige­ne Box­sport­hal­le als Trai­nings- und Wett­kampf­stät­te. Der HABV ist sei­ner­seits Mit­glied im → DBV als natio­na­le Dach­or­ga­ni­sa­ti­on des Olym­pi­schen Boxens und dem Ham­bur­ger Sportbund.

Haken

Als Haken bezeich­net man sol­che Schlä­ge, die mit ange­win­kel­tem Arm und in einer kreis- bzw. bogen­för­mi­gen Bewe­gung geschla­gen wer­den. Die Bewe­gungs­rich­tung kann dabei nach oben zei­gen (Auf­wärts­ha­ken) oder seit­lich geführt wer­den (Seit­wärts­ha­ken) und ent­we­der auf den Kör­per oder Kopf zie­len. Infol­ge des ange­win­kel­ten Armes ist die Reich­wei­te des Hakens gerin­ger als bei einer → Gera­den. Man fin­det den Haken dar­um haupt­säch­lich als Schlag der → Halb­di­stanz oder → Nahdistanz.

Halb­di­stanz

Die Halb­di­stanz bzeich­net jene Ent­fer­nung zum Geg­ner, in der Gera­den ohne Schritt, Haken jedoch mit Schritt den Geg­ner errei­chen. → Lan­ge Distanz → Nahdistanz

Hand­tuch

Das Hand­tuch in der Rin­ge­cke dient nicht nur dem Abwi­schen von Schweiß und Blut in den Run­den­pau­sen bzw. bei Kampf­un­ter­bre­chun­gen, son­dern ist laut Wett­kampf­be­stim­mun­gen auch das Zei­chen für die Auf­ga­be des Kamp­fes durch den Trai­ner, wenn es wäh­rend des Kamp­fes in den Ring gewor­fen wird.

IBA

Die IBA (bis Dezem­ber 2021 AIBA) ist der inter­na­tio­na­le Spit­zen­sport­ver­band des Olym­pi­schen Boxens mit Sitz in Lau­sanne (Schweiz). In der IBA sind die kon­ti­nen­ta­len und natio­na­len Spit­zen­sport­ver­bän­de des Olym­pi­schen Boxens orga­ni­siert. Als Nach­fol­ge­or­ga­ni­sa­ti­on der 1920 gegrün­de­ten FIBA ver­tritt die IBA die Belan­ge des Olym­pi­schen Boxens beim Inter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Komi­tee (IOC). Die IBA rich­tet in den ver­schie­de­nen Alters­klas­sen Welt­meis­ter­schaf­ten aus, orga­ni­siert die Box­tur­nie­re im Rah­men der Olym­pi­schen Spie­le sowie ande­re inter­na­tio­na­le Ver­an­stal­tun­gen. Das von der IBA erlas­se­ne Regel­werk des Olym­pi­schen Boxens ist für alle natio­na­len Spit­zen­sport­ver­bän­de des Olym­pi­schen Boxens ver­bind­lich und muss in ein jewei­li­ges natio­na­les Regel­werk umge­setzt wer­den. Trai­ner und Kampf­rich­ter des inter­na­tio­na­len Spit­zen­sports müs­sen zudem IBA-Lizen­zen erwerben.

Das Inter­na­tio­na­le Olym­pi­sche Komi­tee (IOC) hat im Juni 2019 den Welt­ver­band des olym­pi­schen Boxens vor­erst aus der Gemein­schaft der olym­pi­schen Sport­ver­bän­de aus­ge­schlos­sen. Boxen blieb aber auch in Tokio 2020 eine olym­pi­sche Sport­art. Das Tur­nier wur­de in der Ver­ant­wor­tung des IOC selbst orga­ni­siert. Grund für den Aus­schluss waren kri­ti­sier­te Kampf­rich­ter­leis­tun­gen bei den Spie­len in Rio 2016, die Über­schul­dung des Ver­ban­des sowie Ver­stö­ße gegen die Grund­sät­ze einer ordent­li­che Ver­bands­füh­rung. Das IOC hat­te der AIBA die Reform des Ver­ban­des auf­er­legt, war aber mit dem Fort­schritt der Din­ge nicht zufrie­den, so dass es im Früh­som­mer 2019 zu die­ser Ent­schei­dung kam, die das olym­pi­sche Boxen unsi­che­ren Zei­ten ent­ge­gen­se­hen lässt. Mehr Infor­ma­tio­nen hier (Samm­lung von Berich­ten, Link öff­net sich in neu­em Browserfenster).

Abb. oben: Im Dezem­ber 2021 änder­te der Welt­ver­band des olym­pi­schen Boxens AIBA sei­ne Abkür­zung auf IBA und sein Logo. Oben das neue, unten das alte Logo.
Innen­hand

Von einer »Innen­hand« bzw. genau­er von einem Innen­hand­schlag spricht man, wenn der Geg­ner mit einer nicht erlaub­ten Flä­che des → Hand­schuhs getrof­fen wird. Innen­hand­schlä­ge sind eine rela­tiv häu­fi­ge Regel­wid­rig­keit und wer­den durch den Kampf­rich­ter ange­zeigt, indem er mit dem Zei­ge­fin­ger der einen Hand auf die Faus­tin­nen­sei­te der ande­ren Hand zeigt.

IOC (Abk. für Inter­na­tio­nal Olym­pic Committee)

Die inter­na­tio­na­le Dach­or­ga­ni­sa­ti­on des Olym­pi­schen Sports mit Sitz im schwei­ze­ri­schen Lau­sanne. Das IOC besitzt die Rech­te an den Olym­pi­schen Spie­len und wählt unter den Bewer­bern die Natio­nen aus, die die Olym­pi­schen Som­mer- und Win­ter­spie­le alle vier Jah­re aus­rich­ten dür­fen. Die natio­na­len olym­pi­schen Komi­tees sind Mit­glied im IOC.

Jugend

→ Alters­klas­sen

Junio­ren

→ Alters­klas­sen

Kadet­ten

→ Alters­klas­sen

Kampf­ent­schei­dun­gen

Ein Kampf kann nach den Regeln der → Wett­kampf­be­stim­mun­gen auf 9 unter­schied­li­che Wei­sen been­det werden:

  1. Sieg durch Nie­der­schlag (KO)
  2. Sieg durch Auf­ga­be des Kamp­fes (ABD)
  3. Sieg durch Abbruch des Kamp­fes wegen Kampf- oder Ver­tei­di­gungs­un­fä­hig­keit (RSC)
  4. Sieg durch Ver­let­zung des Boxers (RSC‑I)
  5. Sieg durch Punkt­wer­tung (WP)
  6. Unent­schie­den
  7. Sieg durch Dis­qua­li­fi­ka­ti­on des Boxers (DISQ)
  8. Sieg durch Nicht­an­tre­ten (WO)
  9. Abbruch ohne Ent­schei­dung (NC)

Im Olym­pi­schen Boxen / Ama­teur­bo­xen ist die am häu­figs­ten vor­kom­men­de Ent­schei­dung der Sieg nach Punkten.

Der Ring­rich­ter ver­kün­det nach dem Ende der drit­ten Run­de die Ent­schei­dung. (Foto: AIBA)
Kampf­ge­richt

Das Kampf­ge­richt besteht aus dem Ring­rich­ter, den 3 oder 5 Punkt­rich­tern, dem/den Zeitnehmer(n) und dem Super­vi­sor. Kampf­rich­ter müs­sen schwar­ze Hosen, ein wei­ßes Hemd und eine schwar­ze Flie­ge tra­gen. Sie wer­den für ihre Aus­ga­be aus­ge­bil­det und erwer­ben eine Lizenz.

Kampf­pass

Im Kampf­pass wer­den die per­sön­li­chen Daten des Kämp­fers, die Ergeb­nis­se der Box­taug­lich­keits­un­ter­su­chun­gen und die Kämp­fe des Boxers mit ihrem jeweil­gen Aus­gang ein­ge­tra­gen. Er ist inter­na­tio­nal gül­tig und Eigen­tum des Kämp­fers, wird aber vom jewei­li­gen Ver­ein verwahrt.

Im Kampf­pass wer­den die Ergeb­nis­se der absol­vier­ten Kämp­fe ein­ge­tra­gen. Außer­dem die per­sön­li­chen Daten des Sport­lers und die vor­ge­schrie­be­ne jähr­li­che ärzt­li­che Unter­su­chung zur Boxtauglichkeit.
Knock Out

Die Abkür­zung für »Knock­out«. Von einem K.O. spricht man, wenn infol­ge des Kamp­fes bei einem Kämp­fer eine (meist vor­über­ge­hen­de) Kampf- und Ver­tei­di­gungs­un­fä­hig­keit ein­tritt. Ent­ge­gen weit ver­brei­te­ter Auf­fas­sung ist ein K.O. aber eher sel­ten mit einer Bewusst­lo­sig­keit ver­bun­den. Wer ein regel­kom­for­mes K.O. erzielt, hat den Kampf für sich ent­schie­den. In jun­gen Alters­klas­sen ver­sucht man K.O.s zu ver­hin­dern, indem man im Fal­le einer durch Schlag­wir­kung ent­stan­de­nen Kampf- und Ver­tei­di­gungs­un­fä­hig­keit den Sie­ger dadurch bestimmt, dass allein die Punk­te bis zum Zeit­punkt der ein­tre­ten­den Kampf- und Ver­tei­di­gungs­un­fä­hig­keit aus­zählt. Sie­he auch → Kampfentscheidungen

Kon­di­ti­on

Boxen stellt hohe Anfor­de­run­gen an Aus­dau­er, Kraft, Beweg­lich­keit und Schnel­lig­keit. Der Ver­bes­se­rung die­ser kon­di­tio­nel­len Fähig­kei­ten kommt im Trai­ning eine ent­spre­chend hohe Bedeu­tung zu. Für vie­le sind die­se Trai­nings­an­tei­le eine hohe Moti­va­ti­on. Sie betrei­ben das Boxen unter ande­rem, um ein­fach »nur fit« zu bleiben.

Kopf­schutz

Im Olym­pi­schen Boxen sind Kopf­schüt­zer bei erwach­se­nen Män­nern seit 2013 abge­schafft. Frau­en und alle Boxer der Nach­wuch­sal­ters­klas­sen müs­sen hin­ge­gen bei Wett­kämp­fen wei­ter­hin einen Kopf­schutz tra­gen. Der Kopf­schutz ist immer wie­der Gegen­stand kon­tro­ver­ser Dis­kus­sio­nen. Er soll die Schlä­ge zum Kopf dämp­fen und Platz­wun­den bei Kopf­stö­ßen (»Cuts«) ver­hin­dern. Zum ande­ren schüt­zen sie den Kopf, falls der Kämp­fer im Ring fällt oder bei einem K.O. unkon­trol­liert zu Boden geht. Im Trai­ning sind Kopf­schüt­zer spä­tes­tens dann ange­ra­ten, wenn wett­kampf­nah trai­niert wird. Die für den Wett­kampf zuge­las­se­nen Kopf­schüt­zer müs­sen von der → AIBA und dem → DBV zuge­las­sen sein.

In den Kämp­fen der Nach­wuch­sal­ters­klas­sen und der Frau­en sind Kopf­schüt­zer noch Pflicht. Ganz nach­voll­zieh­bar ist das für Frau­en­kämp­fe aller­dings nicht: Die Grün­de, die bei den erwach­se­nen Män­nern für die Abschaf­fung des Kopf­schut­zes ins Feld geführt wur­den, müss­ten eigent­lich auch für Frau­en gelten.
Kraft­trai­ning

Boxen ist kein Body­buil­ding. Ein über­trie­be­nes und ein­sei­tig auf Mus­kel­zu­wachs und Kör­per­for­mung aus­ge­rich­te­tes Kraft­trai­ning birgt sogar die Gefahr in sich, dass die boxe­ri­schen Fähig­kei­ten sich ver­schlech­tern. Die Här­te der Schlä­ge kommt im Boxen zu einem guten Teil aus der Schnel­lig­keit und Effi­zi­enz der Bewegung.

Kuba

Das sozia­lis­ti­sche Kuba kennt kei­nen Pro­fi­sport und lässt sei­ne mit gründ­li­cher Sys­te­ma­tik und gro­ßer Sorg­falt aus­ge­bil­de­ten Boxer aus­schließ­lich »um der sport­li­chen Ehre wil­len« antre­ten. Boxen ist in Kuba neben Base­ball eine der bei­den popu­lä­ren Natio­nal­sport­ar­ten. Die öffent­li­che Beliebt­heit und Wert­schät­zung des Boxens in Kuba sorgt für eine brei­te sport­li­che Basis, die wie­der­um eine hohe Leis­tungs­dich­te im Spit­zen­sport garan­tiert. Die klei­ne Insel domi­niert das Olym­pi­sche Boxen der letz­ten Jahrzehnte.

Lan­ge Distanz

Die Lan­ge Distanz bezeich­net jene Ent­fer­nung zum Geg­ner, in der die Gera­de mit Schritt­aus­füh­rung den Geg­ner errei­chen kann. In der Regel bevor­zu­gen grö­ßer gewach­se­ne Boxer mit höhe­rer Reich­wei­te die Lan­ge Distanz.

Leicht­kon­takt

Box­wett­kämp­fe sind nach dem Regel­werk der AIBA, also im »Olym­pi­schen Boxen«, immer Voll­kon­takt­kämp­fe (→ Voll­kon­takt). Bei Part­ner­übun­gen im Rah­men des Trai­nings wird jedoch ganz über­wie­gend im Leicht­kon­takt trai­niert, weil hier Tech­nik, Tak­tik und Moto­rik geschult wer­den sol­len. Eine über­mä­ßi­ge Här­te wür­de dazu füh­ren, dass die jewei­li­gen Lern­zie­le aus dem Auge gera­ten. Auch im Spar­ring wird oft mit redu­zier­ter Här­te trai­niert, denn auch hier geht es um Lernziele.

Liga­bo­xen

Es gibt im Boxen auch einen Liga­be­trieb, in dem Mann­schaf­ten gegen­ein­an­der antre­ten. Eine Liga­mann­schaft besteht aus Kämp­fern unter­schied­li­cher, zuvor fest­ge­leg­ter Gewichts­klas­sen. Um in den liga-rele­van­ten Gewichts­klas­sen kon­kur­renz­fä­hig zu sein, ver­stär­ken sich die an der Liga teil­neh­men­den Ver­ei­ne für ihre Liga­wett­kämp­fe durch die Ver­pflich­tung guter Sport­lern ande­rer Ver­ei­ne. An den Kampf­ta­gen der Hin- und Rück­run­de tre­ten die Boxer der bei­den Mann­schaf­ten in ein­zel­nen Kämp­fen gegen­ein­an­der an. Die Kämp­fe wer­den nach den nor­ma­len Regeln des Olym­pi­schen Boxens aus­ge­tra­gen. Die Ein­zel­er­geb­nis­se flie­ßen aber in ein Gesamt­ergeb­nis der Mann­schaft ein. Ver­gli­chen mit ande­ren Sport­ar­ten spielt das Liga­bo­xen im Box­sport jedoch eine eher unter­ge­ord­ne­te Rol­le. Die Teil­nah­me am Liga­wett­be­werb ist frei­wil­lig, nur eine Hand­voll von Ver­ei­nen nimmt dar­an teil, so dass es in der Regel nur ein oder zwei Ligen gibt. Ent­spre­chend ist die Liga­sai­son ver­gleichs­wei­se kurz. Der Tabel­len­füh­rer am Ende der Sai­son wird auch als »Mann­schafts­meis­ter« bezeichnet.

Mais­bir­ne

An einer Ket­te auf­ge­häng­ter Leder­ball mit Fül­lung, der zur Aus­bil­dung von Treff­si­cher­heit (daher auch Punkt­ball) und Distanz­ge­fühl genutzt wird.

Meid­be­we­gung

Von einer Meid­be­we­gung spricht man, wenn ein Boxer einen Schlag ver­mei­den will, indem er, ohne einen Schritt zuset­zen, ledig­lich sei­nen Kör­per bewegt. → auch Ausweichbewegung

Nah­di­stanz

Die Nah­di­stanz bezeich­net jene Ent­fer­nung zum Geg­ner, bei der Haken den Geg­ner ohne Schritt wir­kungs­voll tref­fen kön­nen. In der Regel bevor­zu­gen klei­ner gewach­se­ne Boxer die Nahdistanz.

Neu­tra­le Ecke

→ Rin­ge­cke

Nie­der­schlag

Von einem Nie­der­schlag spricht man, wenn ein Boxer durch Schlä­ge des Geg­ners zu Boden geht. Ein Stol­pern oder Aus­glei­ten ohne Schla­ge­in­wir­kung des Geg­ners zählt nicht als Nie­der­schlag. Nach einem Nie­der­schlag wird der betref­fen­de Boxer an- oder sogar aus­ge­zählt. → Anzählen

Olym­pia­de

Abge­se­hen von der Anti­ke ist Boxen seit 1904 olym­pi­sche Dis­zi­plin. Teil­nah­me und Sieg bei der Olym­pia­de sind sicher­lich das höchs­te, was man als Boxer errei­chen kann. Im olym­pi­schen Box­tur­nier sind jedoch nicht alle Gewichts­klas­sen ver­tre­ten. Bei den Olym­pi­schen Spie­len 2012 in Lon­don durf­ten zum ers­ten Mal Frau­en boxen. Pro­fi­bo­xern war eine Teil­nah­me an den Olym­pi­schen Spie­len lan­ge Zeit ver­sperrt, denn zu den Olym­pi­schen Spie­len waren bis 2016 aus­schließ­lich Boxer der → AIBA zuge­las­sen. Für die Spie­le in Rio konn­ten sich Pro­fi­bo­xer zum ers­ten Mal in Aus­schei­dungs­kämp­fen mit Olym­pi­schen Boxern qua­li­fi­zie­ren ( → Olym­pi­sches Boxen).

Die Olym­pi­schen Spie­le in Rio 2016: Olym­pia­den sind sicher­lich das Spit­zen­er­eig­nis unse­res Sports. Wer hier eine Gold­me­dail­le erringt, muss dafür nicht nur (wie bei Titel­ver­tei­di­gun­gen im »Pro­fi­bo­xen«) einen ein­zi­gen Kampf gewin­nen, son­dern in einem mehr­tä­ti­gen Tur­nier die inter­na­tio­nal bes­ten Boxer sei­ner Gewichts­klas­se schlagen.
Olym­pi­sches Boxen

Als Olym­pi­sches Boxen oder Ama­teur­bo­xen bezeich­net man in Abgren­zung zum soge­nann­ten Pro­fi­bo­xen jenes Boxen, das ein­heit­lich unter dem Dach eines ein­zi­gen inter­na­tio­na­len Dach­ver­ban­des (→ AIBA) und natio­na­ler Fach­ver­bän­de orga­ni­siert ist und vom → IOC aner­kannt ist. Im Ver­gleich zum Pro­fi­bo­xen steht beim Olym­pi­schen Boxen der Schutz der Ath­le­ten, der sport­li­che Gedan­ke und der objek­ti­ve Leis­tungs­ver­gleich mehr im Mit­tel­punkt. Aspek­te der Ver­mark­tung (Kampf­bör­sen, Ver­trä­ge, kon­kur­rie­ren­de Ver­bän­de, TV-Rech­te etc.) spie­len hin­ge­gen (nicht zuletzt wegen der gerin­ge­ren öffent­li­chen Beach­tung) kaum bzw. nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le. Meis­ter­schaf­ten im Olym­pi­schen Boxen wer­den nicht etwa dadurch gewon­nen oder ver­tei­digt, dass ein vom Ver­band gesetz­ter Her­aus­for­de­rer (Pflicht­ver­tei­di­gung) oder ein vom Titel­in­ha­ber selbst gewähl­ter Geg­ner (frei­wil­li­ge Ver­tei­di­gung) in einem ein­zel­nen Kampf besiegt wer­den muss. Ein Titel­ge­winn im Olym­pi­schen Boxen setzt viel­mehr vor­aus, dass man auf der Grund­la­ge einer bereits erfolg­rei­chen Kar­rie­re im Ver­lauf eines mehr­tä­gi­gen Tur­niers jeden sei­ner Geg­ner besiegt. Wer dabei auf wen trifft, ergibt sich allein aus der anfäng­li­chen Aus­lo­sung und den Ergeb­nis­sen der ande­ren Kämp­fe. Die­ser Weg zu Titeln darf im Ver­gleich zu Ein­zel­an­set­zun­gen grund­sätz­lich als siche­rer gegen Mani­pu­la­tio­nen und Täu­schun­gen gel­ten. Eine olym­pi­sche Gold­me­dail­le zählt daher unbe­strit­ten zu den größ­ten über­haupt im Box­sport erreich­ba­ren Erfol­gen. Weil im Olym­pi­schen Boxen dem Schutz der Ath­le­ten und dem objek­ti­ven Leis­tungs­ver­gleich ein höhe­rer Stel­len­wert zukommt als im soge­nann­ten Pro­fi­bo­xen, kön­nen z.B. in Deutsch­land aus­schließ­lich erfolg­rei­che olym­pi­sche Boxer in den Genuss der staat­li­chen Sport­för­de­rung kom­men (z.B. durch Auf­nah­me in die Sport­för­der­grup­pen der Bun­des­wehr und der Bun­des­po­li­zei, durch Geld­mit­tel des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums sowie des DOSB und der Deut­schen Sport­hil­fe). Gra­vie­ren­de Unter­schie­de zwi­schen dem Olym­pi­schen Boxen und dem soge­nann­ten Pro­fi­bo­xen exis­tie­ren auch im Regel­werk bzw. in der prak­ti­schen Aus­le­gung und Anwen­dung der Regeln. In Spe­ku­la­ti­on auf wirk­mäch­ti­ge Bil­der und damit der damit ver­bun­de­nen Ver­markt­bar­keit des Spor­tes wer­den Kämp­fe im soge­nann­ten Pro­fi­bo­xen sehr viel häu­fi­ger mit (z.T. blu­ti­gen) K.O.s been­det als im Olym­pi­schen Boxen. Das soge­nann­te Pro­fi­bo­xen ist also nicht als sport­li­che Spit­ze des Boxens anzu­se­hen, son­dern viel­mehr als par­al­lel exis­tie­ren­de Struk­tur mit ande­ren Schwer­punk­ten und Zie­len. Lan­ge Zeit bestan­den für Ath­le­ten, Trai­ner, Kampf­rich­ter und Funk­tio­nä­re des Olym­pi­schen Boxens abso­lu­te Kon­takt­ver­bo­te zum Pro­fi­bo­xen. In letz­ter Zeit hat sich das Olym­pi­sche Boxen auf Druck des IOC dem Pro­fi­bo­xen etwas geöff­net. Das IOC argu­men­tier­te, dass Boxen die letz­te olym­pi­sche Sport­art sei, in der wegen der par­al­le­len Ver­bands­struk­tu­ren nicht sicher­ge­stellt wäre, dass die bes­ten Boxer unab­hän­gig von den Ver­bän­den Zugang zur Olym­pia­de hät­ten. Die AIBA rich­te­te dar­auf­hin vor den olym­pi­schen Spie­len 2016 (Rio de Janei­ro) ein Qua­li­fi­ka­ti­ons­tur­nier aus, in dem sich Pro­fi­bo­xer im sport­li­chen Ver­gleich mit Olym­pi­schen Boxern für die Olym­pia­de qua­li­fi­zie­ren konn­ten. Vie­le nam­haf­te Pro­fi­bo­xer moch­ten sich die­ser Qua­li­fi­ka­ti­on nicht stel­len. Von denen, die es taten, konn­ten sich vie­le am Ende nicht für eine Teil­nah­me in Rio qua­li­fi­zie­ren. Das Olym­pi­sche Boxen steht also im Hin­blick auf die sport­li­che Qua­li­tät kei­nes­wegs hin­ter dem Pro­fi­bo­xen zurück. Es lei­det aber dar­an, in vie­len Fäl­len immer noch als »Ama­teur­bo­xen« bezeich­net zu wer­den. Eine Beti­te­lung, die (zumal im begriff­li­chen Ver­gleich zum soge­nann­ten »Pro­fi­bo­xen«) eine gerin­ge­re sport­li­che Qua­li­tät sug­ge­riert. Der Begriff »Pro­fi­bo­xen« ermög­licht hin­ge­gen die Eigen­ver­mark­tung als boxe­ri­scher Spit­zen­sport und sichert eine media­le Beach­tung und damit ver­bun­de­ne Erlö­se. Sport­lich gese­hen ist dies in der Regel nicht gerecht­fer­tigt. Das Olym­pi­sche Boxen lei­det zudem dar­un­ter, dass nach den sport­li­chen Höhe­punk­ten des Olym­pi­schen Boxens (Olym­pi­sche Spie­le, Welt­meis­ter­schaf­ten) regel­mä­ßig erfolg­rei­che Olym­pi­sche Boxer ins Pro­fi­la­ger abge­wor­ben wer­den. Oft mit dem Ver­spre­chen einer finan­zi­ell attrak­ti­ven Kar­rie­re als Box­pro­fi. Eine Aus­sicht, die sich für vie­le aber nicht erfüllt. Zu den wirk­li­chen dau­er­haf­ten Spit­zen­ver­die­nern im Box­sport zäh­len nur wenige.

Pass­gang

Von Pass­gang spricht man im Rah­men der Schlag-Schritt-Koor­di­na­ti­on dann, wenn im Moment der Schlag­aus­füh­rung die Hand der einen Sei­te zusam­men mit dem Fuß der­sel­ben Sei­te nach vor­ne gebracht ist: Schritt mit links und Schlag mit links bzw. Schritt mit rechts und Schlag mit rechts. → auch Diagonalgang

Prat­zen­trai­ning

Prat­zen sind Schlag­pols­ter, die der Trai­ner an den Hän­den trägt. Der Boxer schlägt beim Prat­zen­trai­ning auf die Tref­fer­flä­chen der Prat­zen. Die Art und Wei­se, wie die Prat­zen gehal­ten wer­den, stel­len ein Signal dar, wel­che Schlä­ge bzw. Schlag­kom­bi­na­tio­nen geschla­gen wer­den sol­len. Prat­zen­trai­ning ist ein hoch­in­ten­si­ves Training.

Die Prat­zen trägt der Trai­ner an den Hän­den und der Sport­ler muss ent­spre­chend den Signa­len bestimm­te Schlä­ge, Schlag­fol­gen und Kom­bi­na­tio­nen ausführen.
Pro­fi­bo­xen

→ Olym­pi­sches Boxen

Punch

Unter Punch ver­steht man im All­ge­mei­nen die Schlag­här­te eines Boxers. Man sagt etwa: »Er hat einen har­ten Punch«, wenn ein Boxer über hohe Schlag­kraft verfügt.

Punk­te

→ Punkt­wer­tung

Punkt­rich­ter

→ Kampf­ge­richt

Punkt­sieg

→ Kampf­ent­schei­dun­gen

Punkt­wer­tung

Die aller­meis­ten Kämp­fe wer­den im Olym­pi­schen Boxen (anders als im soge­nann­ten »Pro­fi­bo­xen«) über die Punkt­wer­tung ent­schie­den. Die 3 oder 5 Punkt­rich­ter an den Sei­ten des Box­rings bewer­ten jede Run­de ein­zeln und eigen­stän­dig. Der in ihren Augen bes­se­re Boxer bekommt dabei stets 10 Punk­te zuge­spro­chen, der unter­le­ge­ne Boxer je nach dem Grad sei­ner Unter­le­gen­heit hin­ge­gen 9, 8 oder 7 Punk­te. Für eine Run­de kann eine ein­zel­ne Punkt­rich­ter­we­rung also z.B. 10:9 lau­ten, für einen gan­zen Kampf (wenn sich der Ver­lauf so fort­set­zen soll­te) 30:27. Die Ein­zel­wer­tun­gen aller Punkt­rich­ter wer­den dann für das End­ergeb­nis zusam­men­ge­rech­net. Ver­öf­fent­licht wird aber dann i.d.R. nur, ob es ein ein­stim­mi­ges Punk­tur­teil (je nach Anzahl der Punkt­rich­ter 3:0 oder 5:0) oder eine Mehr­heits­ent­schei­dung war (je nach Anzahl der Punkt­rich­ter 2:1 bzw. 4:1 oder 3:2).

Bei der Punkt­wer­tung spie­len fol­gen­de Kri­te­ri­en die ent­schei­den­de Rolle:

  1. Wel­cher der bei­den Boxer hat die meis­ten vor­schrifts­mä­ßi­gen Tref­fer erzielt?
    Tref­fer auf Rücken oder Hin­ter­kopf oder unter­halb der Gür­tel­li­nie zäh­len also nicht. Eben­so­we­nig zäh­len Schlä­ge auf die Deckung oder Schlä­ge, die nicht mit der Vor­der­sei­te der hand­schu­he tref­fen. Über­haupt zäh­len als Tref­fer nur sol­che Schlä­ge, die ent­we­der mit Kör­per­ein­satz (Schritt, Rota­ti­on) aus­ge­führt wer­den oder beim Geg­ner eine sicht­ba­re Wir­kung erzielen.
  2. Wel­cher der bei­den Boxer war in der Lage, sei­ne indi­vi­du­el­le Kampf­stra­te­gie dem ande­ren aufzuzwingen?
    Oft bedeu­tet dies: Wer hat offen­siv gehan­delt, wer war im Vor­wärts­gang, wer hat viel geschla­gen? Aber wer sich im Boxen aus­kennt, der weiß, dass man allein mit Vor­wärts­stür­men Kämp­fe nicht auto­ma­tisch für sich ent­schei­det. Es gibt beweg­li­che Boxer, die den Angrif­fen gut aus­wei­chen kön­nen und Kon­ter­bo­xer, die im Rück­wärts­gang und an den Ring­sei­len die Ent­schei­dung her­bei­füh­ren können.
  3. Wel­cher der bei­den Boxer hat im Angriff und in der Ver­tei­di­gung die bes­se­re und kom­ple­xe­re Tech­nik gezeigt?
    Wer schö­ne Kom­bi­na­tio­nen und Schlag­se­ri­en zeigt, erweist sich nicht nur als fort­ge­schrit­te­ner Tech­ni­ker, son­dern über­zeugt damit auch die Punkt­rich­ter. Das glei­che gilt für die Ver­tei­di­gung: Wer den Angrif­fen des Geg­ners aus­wei­chen kann oder sie mit Para­den und Blocks unschäd­lich macht, stellt sein Kön­nen unter Beweis.

All die­se Fak­to­ren spie­len eine Rol­le, wenn die Punkt­rich­ter ent­schei­den. Und in den aller­meis­ten Fäl­len sind sie es, die über den Aus­gang des Kamp­fes bestimmen.

Nach dem Kampf flie­ßen die ein­zel­nen Punkt­wer­tun­gen der Punkt­rich­ter in das Gesamt­ur­teil zusam­men. Hier ist unter dem Strich ein ein­stim­mi­ger Punkt­sieg für die blaue Ecke zu sehen, aber in den jewei­li­gen Wer­tun­gen gibt es Unter­schie­de: Zwei Punkt­rich­ter haben mit 29:28 einen knap­pen Vor­teil für blau gese­hen, zwei ande­re beur­teil­ten den Kampf deut­li­cher und gaben 30:26.
Ring­arzt

Das Regel­werk bestimmt, dass bei allen Wett­kämp­fen jeder­zeit ein Arzt anwe­send sein muss. Vor dem Beginn der Kämp­fe unter­sucht der Arzt alle Boxer auf ihre Box­taug­lich­keit und über­wacht anschlie­ßend auch die Kämp­fe. Bei Ver­let­zun­gen eines Boxers kon­sul­tiert der Ring­rich­ter den Ring­arzt, des­sen Ent­schei­dung ver­bind­lich ist. Der Ring­arzt darf jedoch den ver­letz­ten Sport­ler zunächst nur unter­su­chen, nicht aber behan­deln. Denn eine ärzt­li­che Behand­lung eines Sport­lers mit dem Ziel, dass der behan­del­te Sport­ler den Kampf fort­set­zen kann, wäre ein Ein­griff in den Kampf zuguns­ten des ver­letz­ten Sport­lers und zum Nach­teil sei­nes Geg­ners. Schließ­lich ist es ja im Boxen erlaubt, einen Kampf dadurch zu gewin­nen, dass der Geg­ner als Fol­ge eines eines regel­kon­for­men Tref­fers nicht mehr wei­ter­kämp­fen kann.

Rin­ge­cken

Die vier Ecken des → Box­rings sind durch far­bi­ge Pols­ter gekenn­zeich­net und haben beson­de­re Bedeu­tun­gen. Dia­go­nal gegen­über lie­gen sich die rote und die blaue Ecke sowie zwei wei­ße Ecken. Die rote Ecke und die blaue Ecke ist für die Dau­er des Kamp­fes stets einem der bei­den Kämp­fer zuge­wie­sen. Hier fin­det in den Run­den­pau­sen die Betreu­ung der Kämp­fer statt. Die Far­ben der Tri­kots, der Box­hand­schu­he und (sofern vor­ge­schrie­ben) der Kopf­schüt­zer müs­sen (zumin­dest bei höher­klas­si­gen Wett­be­wer­ben) den jeweils zuge­wie­se­nen Rin­ge­cken­far­ben ent­spre­chen. Von den bei­den wei­ßen Ecken (auch neu­tra­le Ecken genannt) ist eine wäh­rend der Run­den­pau­sen für den → Ring­rich­ter vor­ge­se­hen, der von dort aus die regel­kon­for­me Betreu­ung der Sport­ler über­wacht und Blick­kon­takt zum Super­vi­sor und Zeit­neh­mer hält. Die ande­re neu­tra­le Ecke ist bei Kampf­un­ter­bre­chun­gen für den → Ring­arzt vor­ge­se­hen, der dort ggf. Ver­let­zun­gen der Sport­ler inspi­ziert. Wird ein lau­fen­der Kampf unter­bro­chen, weil ein Sport­ler ange­zählt wird oder etwa ein Klei­der­scha­den in Ord­nung gebracht wer­den muss, so muss der nicht betrof­fe­ne Sport­ler eine der bei­den neu­tra­len Ecken auf­su­chen und dort auf die Fort­füh­rung des Kamp­fes warten.

Ring­kom­man­dos

Der Ring­rich­ter (→ Kampf­ge­richt) nutzt i.d.R. 4 Kom­man­dos bei der Lei­tung eines lau­fen­den Kampfes:

  1. »Box!« – Der Kampf star­tet oder wird nach einer Unter­bre­chung (»Stopp!«) wie­der fortgeführt.
  2. »Stopp!« – Der Kampf ist sofort zu unter­bre­chen (z.B. zum Anzäh­len des Geg­ners oder bei einer Verwarnung).
  3. »Break!« – Bei­de Kämp­fer müs­sen den Kampf (etwa bei Inak­ti­vi­tät im Clinch) unter­bre­chen, jeweils einen Schritt zurück­tre­ten und den Kampf ohne ein wei­te­res Kom­man­do fortführen.
  4. »Time!« – Bei einer ver­mut­lich län­ge­ren Unter­bre­chung (z.B. Zahn­schutz muss nach Ver­lust gerei­nigt wer­den) kann der Ring­rich­ter mit die­sem Kom­man­do die Run­den­zeit anhal­ten, damit die Kampf­zeit ins­ge­samt nicht rele­vant ver­kürzt wird.

Sofern nötig, erläu­tert der Ring­rich­ter in der Kampf­un­ter­bre­chung mit Zei­chen oder knap­pen Wor­ten den Grund der Unter­bre­chung. Bei leich­ten Regel­ver­stö­ßen kann der Ring­rich­ter auch im lau­fen­den Kampf ermahnen.

Ring­rich­ter

→ Kampf­ge­richt

Rote Ecke

→ Rin­ge­cken

RSC

→ Kampf­ent­schei­dun­gen

Run­de

Ein Wett­kampf ist in drei Run­den unter­teilt. Die Stan­dard-Run­den­zeit beträgt bei Erwach­se­nen und Jugend­li­chen (U19) 3 Minu­ten. Zwi­schen den Run­den gibt es jeweils eine Pau­se von 1 Minu­te, um die Kämp­fer zu betreu­en. Jün­ge­re Alters­klas­sen haben Run­den­zei­ten von 2 bzw. 1 Minute.

Sand­sack

Trai­nings­ge­rät für Boxer, an dem Ein­zel­schlä­ge und Kom­bi­na­tio­nen geübt wer­den kön­nen. Er eig­net sich aber auch zum Trai­ning der spe­zi­el­len box­spe­zi­fi­schen Aus­dau­er. Ein Sand­sack ist übli­cher­wei­se mit Tex­til­res­ten gefüllt, und nicht, wie es der Name nahe­le­gen wür­de, mit Sand. Eine Sand­fül­lung wür­de den Sand­sack viel zu hart und schwer wer­den las­sen. Für das Sand­sack­trai­ning wer­den i.d.R. spe­zi­el­le, fla­cher gepols­ter­te Hand­schu­he genutzt.

Schat­ten­bo­xen

Das Schat­ten­bo­xen ist eine Trai­nings­form, in der der Boxer ohne Geg­ner boxt (»gegen sei­nen Schat­ten«). Es ist oft Teil der spe­zi­fi­schen Erwär­mung, aber auch der Kon­zen­tra­ti­on. Ein­ge­üb­te Bewe­gungs­ab­läu­fe und Schlag­fol­gen wer­den wie­der­holt und ver­fei­nert und unter­schied­li­che Tech­ni­ken und Tak­ti­ken anein­an­der­ge­kop­pelt. Schat­ten­bo­xen vor gro­ßen Spie­geln dient der Eigen­kor­rek­tur von Bewegunsabläufen.

Schlä­ge (Klas­si­fi­zie­rung)

Um im Box­sport einen Schlag ein­deu­tig klas­si­fi­zie­ren zu kön­nen, sind vier Anga­ben erforderlich:

  1. Mit wel­cher Sei­te wird der Schlag aus­ge­führt? (Führ­hand oder Schlaghand)
  2. Wel­cher Grund­schlag wird aus­ge­führt? (Gera­de, Seit­wärts­ha­ken, Aufwärtshaken)
  3. In wel­cher Gang­art wird der Schlag aus­ge­führt? (Pass­gang, Diagonalgang)
  4. Zum wel­chen Tref­fer­ziel wird der Schlag aus­ge­führt? (Kopf, Körper)

Gegen­falls sind ergän­zen­de Anga­ben erfor­der­lich wie etwa »im Rückwärtsgang«.

Abb.oben: Das Sche­ma der Schlag­klas­si­fi­zie­rung. Die Abkür­zun­gen bedeu­ten: Fh = Führ­hand, Sh = Schlag­hand, G = Gera­de, SwH = Seit­wärts­ha­ken, AwH = Auf­wärts­ha­ken, Pg = Pass­gang, Dg = Dia­go­nal­gang, zKo = zum Kopf, zKö = zum Körper.
Schlag­hand

Die Schlag­hand ist die Hand jenes Armes eines Boxers, der stär­ker aus­ge­bil­det ist. Sie ist prä­de­sti­niert für die Aus­füh­rung der mit Kraft aus­ge­führ­ten Wir­kungs­schlä­ge. Schlag­hand und Bein­stel­lung kor­re­spon­die­ren mit­ein­an­der: Bei Links­aus­le­gern, die in der Grund­stel­lung den lin­ken Fuß vor­ne haben, ist die rech­te Hand die Schlag­hand. Bei Rechts­aus­le­gern ver­hält es sich anders­her­um. Meist besteht ein Zusam­men­hang mit der Rechts- bzw. Links­hän­dig­keit eines Boxers: Ein Rechts­hän­der wird in der ganz über­wie­gen­den Zahl der Fäl­le auch sei­ne rech­te Hand als Schlag­hand ein­set­zen. → auch Führhand

Schü­ler

→ Alters­klas­sen

Schutz­be­stim­mun­gen

Im Olym­pi­schen Boxen sind die Wett­kämp­fer durch Bestim­mun­gen geschützt. Die­se Bestim­mun­gen besa­gen u.a., dass ein Boxer nach schwe­ren K.O.-Niederlagen auto­ma­tisch einer Schutz­sper­re unter­liegt. Die­se Schutz­sper­re ver­län­gert sich bei wie­der­hol­ten K.O.s. Wäh­rend einer Schutz­sper­re dür­fen kei­ne Wett­kämp­fe und kein wett­kampf­na­hes Trai­ning (Spar­ring) durch­ge­führt wer­den. Für jun­ge Sport­ler ist der Schutz noch weit­rei­chen­der. Für sie ist dar­über hin­aus auch gere­gelt, wie­viel Kämp­fe je Jahr erlaubt sind und wel­cher zeit­li­che Min­dest­ab­stand ein­ge­hal­ten wer­den muss.

Seil­sprin­gen

Seil­sprin­gen ist beliebt als eine Übung des Auf­wärm­trai­nings. Zugleich schult und rhyth­mi­siert das Seil­sprin­gen die für das Boxen unge­mein wich­ti­ge Beweg­lich­keit und Beinarbeit.

Seit­wärts­ha­ken

→ Haken

Sekun­dant

Als Sekun­dan­ten bezeich­net man den oder die zwei Betreu­er des Boxers wäh­rend des Kamp­fes. Einer von ihnen muss mind. ein C‑Li­zenz-Trai­ner sein (→ Trai­ner), bei höher­wer­ti­gen Kämp­fen wer­den auch wei­ter­rei­chen­de Lizen­zen ver­langt. Wäh­rend der ein­mi­nü­ti­gen Run­den­pau­sen darf ein Betreu­er zur Ver­sor­gung des Kämp­fers in den Ring, der ande­re muss außer­halb der Ring­sei­le blei­ben. Die Sekun­dan­ten müs­sen wäh­rend der Kampf­run­den unten an der Rin­ge­cke sit­zen und sich (all­zu lau­ter) Zuru­fe und Unter­stüt­zun­gen ent­hal­ten. Sie kön­nen einen Kampf auch durch Auf­ga­be abbre­chen, indem sie das → Hand­tuch werfen.

Spar­ring

Unter Spar­ring ver­steht man einen Trai­nings­kampf. Beim Spar­ring kön­nen ver­schie­de­ne Trai­nings­zie­le ver­folgt wer­den. Das kann von tech­nisch-tak­ti­schen Vor­ga­ben bis hin zur Gewöh­nung an die Här­te rei­chen. Das Spar­ring steht immer unter beson­de­rer Beauf­sich­ti­gung. Idea­ler­wei­se fin­det das Spar­ring im Box­ring statt, damit sich die Sport­ler an die räum­li­che Begren­zung gewöh­nen. Man unter­schei­det zwischen

  1. beding­tem Spar­ring (kon­kre­te techn. oder tak­ti­sche Auf­ga­ben müs­sen umge­setzt werden),
  2. frei­em Spar­ring (freie Anwen­dung des Erlern­ten, aber mit redu­zier­ter Här­te) und
  3. wett­kampf­na­hem Spar­ring (här­ter als ein frei­es Spar­ring, vor­sätz­li­che Nie­der­schlä­ge oder Ver­let­zun­gen sind aber nicht das Ziel).
Speed­ball

Kurz aber beweg­lich auf­ge­häng­ter klei­ne­rer Ball bestehend aus einer Gum­mi­bla­se und Leder­man­tel. Die Bewe­gung des Balls wird durch eine Platt­form begrenzt, die mit der Auf­hän­gung eine Ebe­ne bil­det (daher auch Bret­ter­bir­ne). Schult als Trai­nings­ge­rät Koor­di­na­ti­ons­fä­hig­keit, Fein­mo­to­rik und Arm­mus­ku­la­tur glei­cher­ma­ßen und ergibt das fami­liä­re rata­ta-rata­ta-Geräusch bei gekonn­ter Benutzung.

Tief­schlag

Ein Tief­schlag ist ein Schlag unter­halb der durch den Hosen­bund gekenn­zeich­ne­ten Gür­tel­li­nie. Tief­schlä­ge sind Regel­ver­stö­ße und wer­den mit einer Ermah­nung geahn­det. Absicht­li­che und schwe­re Tief­schlä­ge füh­ren zur Dis­qua­li­fi­ka­ti­on (→ Kampfentscheidungen).

Tief­schutz

Für männ­li­che Boxer bei Wett­kämp­fen vor­ge­schrie­be­ner Schutz vor → Tiefschlägen.

Trai­ner

Nach den Bestim­mun­gen des → DBV dür­fen nur lizen­zier­te Box­trai­ner das Trai­ning lei­ten und einem Kämp­fer am Ring sekun­die­ren. Die Trai­ner­li­zen­zen ent­spre­chen dabei den Vor­ga­ben des drei­stu­fi­gen Lizenz­sys­tems des → DOSB. Die ers­te Lizenz­stu­fe ist die C‑Lizenz, die zwei­te die B‑Lizenz und die drit­te die A‑Lizenz als höchs­te DOSB-Lizenz. Die Orga­ni­sa­ti­on der Aus­bil­dung ist dem DBV als zustän­di­gem Fach­ver­band über­tra­gen. Nach der A‑Lizenz folgt ent­we­der der Diplom-Trai­ner (ver­bun­den mit einem Stu­di­um an der Deut­schen Trai­ne­r­aka­de­mie des DOSB in Köln) oder die Aus­bil­dung als AIBA-Trai­ner an einer Aka­de­mie des Welt­ver­ban­des AIBA.

Tref­fer­flä­che am Körper

Es darf nur die Vor­der­sei­te des Ober­kör­pers ange­grif­fen wer­den, ein­schließ­lich des Gesichts. Nach unten hin ist die Tref­fer­flä­che durch die Gür­tel­li­nie abge­grenzt (gekenn­zeich­net durch den farb­lich vom Rest der Klei­dung unter­schie­de­nen Hosen­bund des Tri­kots). Schlä­ge auf den Hin­ter­kopf, auf die Rück­sei­te des Ober­kör­pers oder in die Nie­ren sind regelwidrig.

Tref­fer­flä­che des Handschuhs

Die Tref­fer­flä­che ist der­je­ni­ge Teil des Box­hand­schu­hes, der bei unge­schütz­ter Faust den ers­ten Ansatz­glie­dern der vier Fin­ger jeder Hand oder deren Ansatz- oder End­knö­chel die­ser Fin­ger ent­spricht. Nur Tref­fer, die mit die­ser Flä­che aus­ge­führt wer­den, sind regelkonform.

Tri­kot

Im Olym­pi­schen Boxen ist im Gegen­satz zum Pro­fi­bo­xen ein voll­stän­di­ges Tri­kot Pflicht. Das Ober­teil muss dabei ärmel­los sein und der Bund der Hose muss ich farb­lich vom Ober­teil des Tri­kots so unter­schei­den, dass die Gür­tel­li­nie klar erkenn­bar ist.

Unent­schie­den

→ Kampf­ent­schei­dun­gen

Unzen

In »Unzen« wird das Gewicht der Box­hand­schu­he ange­ge­ben. Es kor­re­spon­diert i.d.R. mit der Pols­te­rung der Box­hand­schu­he. Für das Trai­ning nimmt man übli­cher­wei­se stär­ker gepols­ter­te Hand­schu­he (12, 14 oder 16 Unzen, je nach Gewicht und Schlag­kraft der Boxer), für den Wett­kampf sind Box­hand­schu­he mit einem Gewicht von 10 Unzen vor­ge­schrie­ben. Erwach­se­ne Män­ner mit einem Gewicht über 64 kg müs­sen nach dem Weg­fall des Kopf­schut­zes für die­se Alters­klas­se 12-Unzen-Hand­schu­he im Wett­kampf nutzen.

Ver­war­nung

Regel­ver­stö­ße wer­den übli­cher­wei­se zunächst ermahnt. Wie­der­ho­len sich Regel­ver­stö­ße, kann der Ring­rich­ter eine Ver­war­nung aus­spre­chen. Er ist jedoch frei, in schwer­wie­gen­den Fäl­len sofort zu ver­war­nen (oder sogar zu dis­qua­lif­zie­ren). Für eine Ver­war­nung unter­bricht der Ring­rich­ter den Kampf und zeigt dem Super­vi­sor dies mit einem Hand­zei­chen an. Häu­fi­ge Grün­de für Ermah­nun­gen und ggf. fol­gen­de Ver­war­nun­gen sind z.B. wie­der­hol­te Innen­hand­schlä­ge oder ein zu tief gehal­te­ner Kopf. Im Gegen­satz zur Ermah­nung hat eine Ver­war­nung (sofern der Suprvi­sor sie als berech­tigt aner­kennt) eine Kon­se­quenz für den Punk­te­stand: Am Ende des Kamp­fes wird dem ver­warn­ten Sport­ler ein Punkt von der Punkt­wer­tung abge­zo­gen. Die drit­te Ver­war­nung eines Sport­lers führt zwin­gend zu sei­ner Nie­der­la­ge durch Disqualifikation.

Voll­kon­takt

Von einer sog. »Voll­kon­takt­sport­art« spricht man, wenn im Wett­kampf Schlä­ge mit vol­ler Här­te aus­ge­führt wer­den dür­fen. Dies bedeu­tet im Umkehr­schluss nicht, dass alle Schlä­ge wäh­rend eines Wett­kamp­fes auch mit vol­ler Här­te aus­ge­führt wer­den. Boxen wird klas­si­scher­wei­se im Voll­kon­takt aus­ge­übt., so dass ein K.O. ein legi­ti­mes Kampf­ziel sein kann. Gleich­wohl sind K.O.s im Olym­pi­schen Boxen rela­tiv sel­ten, da zum einen gleich­wer­ti­ge­re Geg­ner gegen­ein­an­der antre­ten und zum ande­ren Trai­ner, Ring­rich­ter und Ring­ärz­te Kämp­fe häu­fi­ger abbre­chen, wenn ein Boxer stark unter­le­gen ist.

Walk-Over

→ Kampf­ent­schei­dun­gen

Wett­kampf

Wett­kampf im Olym­pi­schen Boxen­Wett­kampf. Ein Wett­kampf ist ein Box­kampf nach den Regeln des Ama­teur­bo­xens und unter Auf­sicht des jeweils zustän­di­gen Ver­ban­des. Er wird gelei­tet von einem lizen­zier­ten Ring­rich­ter und gewer­tet von lizen­zier­ten Punkt­rich­tern und darf nur in einem den Regeln ent­spre­chen­den Box­ring aus­ge­tra­gen wer­den. Ein Arzt beauf­sich­tigt den Kampf. Das Ergeb­nis des Kamp­fes wird in die Kampf­päs­se (oder in die Start­kar­ten) der Boxer ein­ge­tra­gen. Kämp­fe ohne Auf­sicht des Ver­ban­des sind unzu­läs­sig und füh­ren zu Sank­tio­nen. Auch kann Kämp­fern die Ama­teur­ei­gen­schaft ent­zo­gen wer­den, wenn sie ande­re Kämp­fe als Ama­teur­box­kämp­fe bestreiten.

Wett­kampf­be­stim­mun­gen

Die Box­re­geln des Olym­pi­schen Boxens wer­den als Wett­kampf­be­stim­mun­gen (WB) bezeich­net. Aus­schlag­ge­bend für die Wett­kampf­be­stim­mun­gen sind die Regeln der → AIBA. Die natio­na­len Box­ver­bän­de set­zen die­se Regeln in jeweils natio­na­le Wett­kampf­be­stim­mun­gen um. Die wich­tigs­ten Box­re­geln fin­dest du unter dem Menü­punkt »Wett­kampf­be­stim­mun­gen« auf die­ser Website.

Wett­kampf­hand­schu­he

Für Wett­kämp­fe dür­fen nur Box­hand­schu­he genom­men wer­den, die von der → AIBA und dem → DBV geprüft und zuge­las­sen sind und ent­spre­chen­de Prüf­mar­ken auf­wei­sen. Der Kämp­fer der blau­en Ecke hat im Kampf blaue Hand­schu­he zu tra­gen, der Kämp­fer der roten Ecke ent­spre­chend rote. Erwach­se­ne Män­ner mit einem Gewicht von über 64 kg boxen mit 12-Unzen-Hand­schu­hen, alle ande­ren mit 10-Unzen-Hand­schu­hen (→ Unzen).

Die Far­be der Wett­kampf­hand­schu­he muss (eben­so wie die Far­be der Tri­kots und der Kopf­schüt­zer) der Far­be der jewei­li­gen Rin­ge­cke ent­spre­chen (also Rot oder Blau). Es dür­fen bei Wett­kämp­fen nur Box­hand­schu­he ver­wen­det wer­den, die von den Ver­bän­den lizen­ziert sind. Im Bild ist die sil­ber­ne Lizenz­mar­ke der AIBA deut­lich zu sehen.
Wie­gen

Für Wett­kämp­fer kommt dem Gewicht und der Gewichts­steue­rung eine beson­de­re Bedeu­tung zu. Es gilt, unter Berück­sich­ti­gung der indi­vi­du­el­len Kon­sti­tu­ti­on eines Kämp­fers (Grö­ße, Reich­wei­te und Kör­per­typ) die idea­le und auf gesun­dem Weg erreich­ba­re Gewichts­klas­se zu ermit­teln. Regel­mä­ßi­ge Gewichts­kon­trol­len sind daher bei Wett­kämp­fern erfor­der­lich. Am Wett­kampf­tag fin­det zwei Stun­den vor Beginn unter Auf­sicht von Kampf­rich­tern das offi­zi­el­le Wie­gen statt. Die hier gemes­se­nen Gewich­te sind für die Anset­zung der Kämp­fe maß­geb­lich. Da die tat­säch­li­chen Gewich­te oft­mals doch erheb­lich von den zuvor gemel­de­ten Gewich­ten abwei­chen, kommt es häu­fig vor, dass geplan­te Kämp­fe nicht statt­fin­den kön­nen. Der Ver­an­stal­ter muss dann schau­en, ob sich noch neue Kampf­paa­run­gen als Ersatz für aus­fal­len­de Kämp­fe anset­zen lassen.

WSB (Abk. für World Seri­es of Boxing)

Die WSB ist ein Wett­kampf­for­mat der → AIBA, das seit 2010 betrie­ben wird. In die­ser inter­na­tio­na­len Liga tref­fen unter Lizenz betrie­be­ne »Natio­nal­mann­schaf­ten« aus­ge­wähl­ter Län­der in einer Hin- und Rück­run­de auf­ein­an­der. Kämp­fe der WSB wer­den im Unter­schied zu Kämp­fen des Olym­pi­schen Boxens über 5 Run­den von je 3 Minu­ten aus­ge­tra­gen. Die Boxer boxen zudem oberkörperfrei.

Zahn­schutz

Der Zahn­schutz ist bei Wett­kämp­fen vor­ge­schrie­ben. Hier­zu erwärmt man einen vor­ge­fer­tig­te Form im Was­ser­bad und passt sie an die Zahn­rei­hen des Ober­kie­fers an. Nach dem Abküh­len erhält man so ein Uni­kat, dass dem eige­nen Kie­fer ange­passt ist. Der Zahn­schutz soll zum einen die Zäh­ne vor den Wir­kun­gen eines direk­ten Schla­ges schüt­zen, zum ande­ren soll er aber auch ein unkon­trol­lier­tes Auf­an­der­pral­len der Zäh­ne mit der Gefahr von Teil­ab­brü­chen ver­hin­dern. Auch im Trai­ning ist ein Zahn­schutz immer dann drin­gend ange­ra­ten, wenn mit Hand­schu­hen gear­bei­tet wird und auch nur die Mög­lich­keit unbe­ab­sich­tig­ter Tref­fer besteht. An den Zahn­schutz müs­sen sich vie­le Sport­ler erst mit der Zeit gewöh­nen. Nicht zuletzt kos­tet er wäh­rend des Trai­nings oder gar Kamp­fes auch eini­ges an Luft.

Zu Boden

Ein Kämp­fer gilt als zu Boden gegan­gen, wenn er mit irgend­ei­nem ande­ren Kör­per­teil als den Füßen den Ring­bo­den berührt. Dies muss nicht immer auf Schlag­wir­kung zurück­zu­füh­ren sein. Auch Stol­pern kann die Ursa­che für ein »zu Boden gehen« des Kämp­fers sein. In jedem Fall wird der Kampf unter­bro­chen, da ein zu Boden gegan­ge­ner Kämp­fer nicht mehr ange­grif­fen wer­den kann. Soll­te das zu Boden gehen Fol­ge eines Schla­ges gewe­sen sein, wird der Ring­rich­ter i.d.R. den betref­fen­den Sport­ler an- oder aus­zäh­len (→ Nie­der­schlag, → Anzäh­len, → K.O.). Soll­ten die Hand­schu­he den Boden berührt haben, muss der ent­spre­chen­de Kämp­fer vor der Fort­füh­rung des Kamp­fes die Hand­schu­he am Tri­kot säu­bern, damit der Geg­ner durch nach­fol­gen­de Schlä­ge kei­nen Dreck in die Augen bekommt.