IBA: Welt­meis­ter­schaft der Män­ner 2023 in Usbekistan

Turnier ist ohne Bedeutung für die Olympiaqualifikation

Anläss­lich einer Pres­se­kon­fe­renz in Dubai (Ver­ei­nig­te Ara­bi­sche Emi­ra­te) gab der Prä­si­dent des Welt­ver­ban­des des olym­pi­schen Boxens Umar Krem­lev bekannt, dass die nächs­ten Welt­meis­ter­schaf­ten der Män­ner in der usbe­ki­schen Haupt­stadt Tasch­kent aus­ge­tra­gen wer­den. Das Tur­nier soll am 1. Mai begin­nen und mit den Final­kämp­fen am 14. Mai enden.

Üppi­ge Preisgelder

Krem­lev kün­dig­te für die­sen Wett­be­werb Preis­gel­der in Rekord­hö­he an. Medail­len­ge­win­ner erhal­ten dem­nach für eine 

  • Gold­me­dail­le 200.000 US-Dollar. 
  • Sil­ber­me­dail­le 100.000 US-Dollar.
  • Bron­ze­me­dail­le 50.000 US-Dollar.

Bei Medail­len­ver­ga­ben in ins­ge­samt 13 Gewichts­klas­sen und zwei drit­ten Plät­zen (Bron­ze) sol­len dem­nach 5,2 Mio. US-Dol­lar an Preis­gel­dern aus­ge­schüt­tet wer­den. Im Ver­gleich zur zurück­lie­gen­den WM in Bel­grad (Ser­bi­en) wur­den die Preis­gel­der für den Gewinn von Edel­me­tall damit verdoppelt. 

Die Welt­meis­ter­schaf­ten im olym­pi­schen Boxen

Welt­meis­ter­schaf­ten im olym­pi­schen Boxen wer­den seit 1974 aus­ge­tra­gen. Anfäng­lich im vier­jäh­ri­gen Abstand, ab 1989 schließ­lich im Zwei­jah­res-Rhyth­mus. Das bevor­ste­hen­de Tur­nier in Usbe­ki­stan wird die 22. Auf­la­ge des Wett­be­werbs sein. Die letz­ten zehn Aus­tra­gungs­or­te waren: 2021 Bel­grad (Ser­bi­en), 2019 Jeka­te­rin­burg (Russ­land), 2017 Ham­burg (Deutsch­land), 2015 Doha (Katar), 2013 Alma­ty (Kasach­stan), 2011 Baku (Aser­bai­dschan), 2009 Mai­land (Ita­li­en), 2007 Chi­ca­go (USA), 2005 Mian­yang (Chi­na) und 2003 Bang­kok (Thai­land).

An der letz­ten WM der Män­ner in Ser­bi­en nah­men 520 Boxer aus 88 Natio­nal­mann­schaf­ten teil (246 aus Euro­pa, 137 aus Asi­en, 86 aus Ame­ri­ka, 41 aus Afri­ka und wei­te­re 10 in einem inter­na­tio­na­len Fair-Play-Team).

Bis zur Sus­pen­die­rung der AIBA (heu­te: IBA) durch das Inter­na­tio­na­le Olym­pi­sche Komi­tee (IOC) im Jahr 2019 wegen mani­pu­lier­ter Kampf­rich­ter­leis­tun­gen, Über­schul­dung und Ver­stö­ßen gegen die Grund­sät­ze guter Ver­bands­füh­rung waren die Welt­meis­ter­schaf­ten stets wich­ti­ge Mei­len­stei­ne auf dem Weg zur Olym­pia­qua­li­fi­ka­ti­on gewe­sen. Erfol­ge bei die­sem Tur­nier konn­ten die Türen zu den Spie­len öffnen. 

Die­se Bedeu­tung kam ihnen 2019 in Russ­land und 2021 in Ser­bi­en nicht mehr zu, da das IOC nach der Aus­boo­tung des Welt­ver­ban­des auch die Kon­trol­le über die Qua­li­fi­ka­ti­ons­wett­be­wer­be über­nahm. Auch die Ergeb­nis­se in Tasch­kent wer­den für die Qua­li­fi­ka­ti­on zu den Olym­pi­schen Spie­len kei­ne Rol­le spielen.

Das Gast­ge­ber­land

Das zen­tral­asia­ti­sche Gast­ge­ber­land Usbe­ki­stan zählt etwa 35 Mio. Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner und grenzt im Nor­den an Kasach­stan, im Nord­os­ten an Kir­gi­si­stan, im Süd­os­ten an Tadschi­ki­stan, im Süden an Afgha­ni­stan und im Süd­wes­ten an Turk­me­ni­stan. Bis 1991 war der knapp 450.000 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ße Staat (Deutsch­land: knapp 360.000 qkm) eine Teil­re­pu­blik der Sowjet­uni­on (UdSSR). In der Haupt­stadt Tasch­kent leben etwa 2,5 Mio. Menschen. 

Die Land­schaft Usbe­ki­stans ist von Wüs­ten geprägt. Das Kli­ma ist gemä­ßigt kon­ti­nen­tal mit gerin­gen Nie­der­schlä­gen, hei­ßen Som­mern und kal­ten, unbe­stän­di­gen Win­tern. Im Nor­den hat Usbe­ki­stan Anteil am von der völ­li­gen Aus­tro­ckung bedroh­ten Aralsee.

Der Viel­völ­ker­staat (neben Usbe­ken noch 5,1 % Rus­sen, 5 % Tadschi­ken, 4,1 % Kara­ka­l­pa­ken, 3,2 % Kasa­chen, 2,7 % Tata­ren und 2,5 % Korea­ner) ist vom sun­ni­ti­schen Islam geprägt (89% der Bevölkerung).

In den deut­schen Nach­rich­ten fand Usbe­ki­stan in den zurück­lie­gen­den Jah­ren u.a. des­we­gen öfter Erwäh­nung, weil die Bun­des­wehr den Luft­waf­fen­stütz­punkt Ter­miz im Süden Usbe­ki­stans zur logis­ti­schen Unter­stüt­zung der in Afgha­ni­stan ein­ge­setz­ten Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten nutzte.

Die Lage des Bin­nen­staa­tes Usbe­ki­stan in Zen­tral­asi­en. Usbe­ki­stan ist neben Liech­ten­stein der ein­zi­ge Bin­nen­staat der Welt, der nur von Bin­nen­staa­ten umge­ben ist. Im Süden hat der Staat auf 144 Kilo­me­ter eine gemein­sa­me Gren­ze mit Afghanistan.
Am Regis­tran-Platz in Samar­kand (Osten Usbe­ki­stans) befin­det sich mit drei alten Islam­schu­len (errich­tet im 15. bzw. 17. Jahr­hun­dert) eine der archi­tek­to­nisch beein­dru­ckends­ten Ensem­bles Asi­ens. Der Platz ist das Zen­trum des anti­ken Samar­kan­ds. (Bild: Ekrem Can­li, Wiki­pe­dia, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Die Men­schen­rechts­la­ge in Usbekistan

Die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on »amnes­ty inter­na­tio­nal« fasst die Lage der Men­schen­rech­te in Usbe­ki­stan für den Berichts­zeit­raum 2021 mit fol­gen­den Wor­ten zusammen:

»Die Rech­te auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung, Ver­ei­ni­gungs­frei­heit und fried­li­che Ver­samm­lung blie­ben auch 2021 stark ein­ge­schränkt. Beträcht­li­che Fort­schrit­te waren bei der Abschaf­fung der Zwangs­ar­beit im Baum­woll­sek­tor zu ver­zeich­nen. Es wur­den eini­ge Schutz­ga­ran­tien gegen Fol­ter und ande­re Miss­hand­lun­gen ein­ge­führt, obwohl die Berich­te über sol­che Men­schen­rechts­ver­stö­ße nicht abris­sen. Über 2.000 Per­so­nen blie­ben wegen ihrer fried­lich prak­ti­zier­ten reli­giö­sen Über­zeu­gun­gen wei­ter in Haft. Gewalt gegen Frau­en war noch immer weit­ver­brei­tet. Ein­ver­nehm­li­che sexu­el­le Bezie­hun­gen zwi­schen Män­nern blie­ben wei­ter strafbar.« 

Detail­lier­te Infor­ma­tio­nen zur Men­schen­rechts­la­ge in Usbe­ki­stan sind im Jah­res­be­richt 2021 nach­zu­le­sen: https://​www​.amnes​ty​.de/​i​n​f​o​r​m​i​e​r​e​n​/​a​m​n​e​s​t​y​-​r​e​p​o​r​t​/​u​s​b​e​k​i​s​t​a​n​-​2​021 (Link öff­net neu­es Browserfenster)

Die Spon­so­ren der Box­ab­tei­lung des FC St. Pauli: