In Istanbul musste kein neuer Interimspräsident gewählt werden, weil es sich Mohamed Moustahsane anders überlegt hatte. Stattdessen wurde der Geschäftsführer der AIBA Tom Virgets entlassen.
Der Weltverband des olympischen Boxen AIBA kommt anscheinend nicht zur Ruhe. Nach nur gut viermonatiger Amtszeit soll nun nach Informationen gut informierter Kreise der Interimspräsident Mohamed Moustahsane seinen Rücktritt beschlossen haben.
Am 21. Juli gab der Hamburger Boxfunktionär Raiko Morales seinen Rücktritt aus dem geschäftsführenden Vorstand des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) bekannt. Maßgeblich sei die Haltung des DBV Präsidenten Herrn Kyas zu den Ereignissen in der AIBA gewesen.
Auf den Terminplan der AIBA nimmt das IOC erkennbar keine Rücksicht mehr: Für den 29.–31. Oktober 2019 ist in Tokio das erste Boxturnier des IOC festgesetzt. Der Termin liegt kurz hinter den Weltmeisterschaften der AIBA. Wie reagieren die Nationalverbände?
Dem Vernehmen nach wird die WSB wahrscheinlich eingestellt. Der Wettbewerb soll defizitär gewesen sein und hätte damit den klammen Weltverband zusätzlich belastet. Stattdessen soll die AIBA Ideen einer Weltcup-Serie diskutiert haben, um damit Einnahmen zu generieren.
Mohamed Moustahsane, Interimspräsident der AIBA, kündigte an, dass das Verhalten dreier Kritiker durch die Disziplinarkommission des Boxverbandes untersucht werden solle.
Die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat erwartungsgemäß den Ausschluss der AIBA bestätigt. Das IOC nimmt das Boxturnier selbst in die Hand. Die Weltmeisterschaften der AIBA sind für Tokio bedeutunglos.
In der Führungsetage der AIBA regt sich deutlicher Widerstand gegen die Politik der AIBA. Mehrere Funktionäre kritisieren offen den Kurs des Weltverbandes, der vor dem Ausschluss aus der Familie der olympischen Sportverbände steht.
Es scheint nicht ausgeschlossen, dass nach der Suspendierung der AIBA nun Profiverbände bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio und den vorangehenden Qualifikationsturnieren mitmischen.