
Zwei Jahre nach der Gründung der Boxabteilung erhielten die Boxer:innen des FC St. Pauli im Jahr 2009 erste Trainingszeiten in der Sporthalle am Zeughausmarkt 32. Damals war diese Sporthalle einer von insgesamt drei Trainingsstandorten der Abteilung. Der weit überwiegende Teil des Trainings fand anfangs noch im Karolinenviertel statt, ein anderer Teil in Eimsbüttel.
Mit der Zeit gelang es, immer mehr Trainingszeiten am Zeughausmarkt zu konzentrieren. Mit der wachsenden Bedeutung der Sporthalle für das Boxtraining lohnte es sich, in die boxsportliche Ausstattung zu investieren. Die Mitgliederzahlen wuchsen stetig, bis die Abteilung schließlich zu den größten Boxvereinen Norddeutschlands zählte.
Vollständige Trainigsinfrastruktur
In vielen kleinen Schritten, mit vielen Ideen und in viel Eigenarbeit entstand in Absprachen mit der Schule und den Hausmeistern eine boxsportliche Trainingsinfrastruktur, die ein vollständiges und qualifiziertes Boxtraining ermöglichte. Für das Training standen ein Bodenring, Sandsäcke und Spiegelwände zur Verfügung. Ein abgetrennter und verschließbarer Teil des Geräteraums diente als Lager.
Allerdings: Im Kern war die Sporthalle erkennbar in die Jahre gekommen. Sie war baulich auf dem Stand der 1950er Jahre, in denen die frühere Aula der Schule zur Turnhalle umgebaut wurde. Alles funktionierte zwar so einigermaßen, aber man durfte vieles lieber nicht so genau ansehen.
Grundsanierung der Sporthalle von 2023 bis 2025
Im Herbst 2023 begann die »Schulbau Hamburg« die grundlegende Sanierung der Sporthalle. Die Arbeiten waren auf acht Monate angesetzt gewesen. Doch Sanierungen von denkmalgeschützten Altbauten sorgen für so manche Überraschungen – und somit auch für Verzögerungen.
Die Boxabteilung wich statt für acht Monate schließlich für gute zwei Jahre auf angemietete Trainingszeiten in der Boxhalle des Hamburger Amateur-Boxverbandes aus und sicherte damit zumindest ihr Überleben.
Die aufwendigen Sanierungsarbeiten brachten mit sich, dass nahezu die ganze boxspezifische Trainingsinfrastruktur nach der Sanierung nicht mehr brauchbar war. Denn das allermeiste der alten Trainigsgeräte und Einrichtungen waren Sonderanfertigungen gewesen, die auf die alte Sporthalle angepasst waren, aber nach der Sanierung nicht mehr passten oder keinen Platz mehr hatten.
Allerdings konnte die Boxabteilung ihre boxspezifischen Bedürfnisse im Sanierungsprozess artikulieren, so dass grundlegend die Voraussetzungen geschaffen wurden, die Infrastruktur am Zeughausmarkt wieder neu aufbauen zu können.
Aufbau einer komplett neuen Trainingsinfrastruktur
Seit Sommer 2025 arbeitete die Boxabteilung intensiv daran, das in wenigen Monaten neu zu planen, zu bauen und anzuschaffen, was vor der Sanierung in vierzehn Jahren am Zeughausmarkt entstanden war. Eine enormer Aufwand an Arbeit und Kosten – möglich unter anderem mit Fördergeldern des Bezirks Hamburg-Mitte.
Rückkehr in die sportliche Heimat
Mitte Januar 2026 konnte die Boxabteilung schließlich an den Zeughausmarkt zurückkehren – und trainiert nun unter besseren Bedingungen als jemals zuvor. Der Bodenring ist mit eingelassenen Bodenhülsen schneller aufgebaut als zuvor und kann optional sehr schnell zu einem Doppelring erweitert werden. Sandsäcke stehen zur Gerätearbeit zur Verfügung und in einem ausgebauten Teil des Geräteraums haben alle Trainingsgeräte ausreichend Platz. In einem anderen Teil des Schulgebäudes nutzt die Boxabteilung einen weiteren Raum für ihre Belange.
Angesichts der baulichen Anpassungen des Standortes an den Boxsport und der großen finanziellen Aufwendungen der Boxabteilung in Höhe eines mittleren fünfstelligen Betrages beschloss das Bezirksamt Hamburg-Mitte, die Sporthalle komplett dem Boxsport zu widmen. Dafür gab die Boxabteilung Trainingszeiten an anderen Standorten an das Bezirksamt zurück. Die Boxer:innen des FC St. Pauli nutzen die Sporthalle mit verschiedenen Trainingsgruppen nun über die ganze Woche hinweg.

















