Die Turniere sollen auch Sportler*innen und Offiziellen aus Verbänden offenstehen, die nicht mehr Mitglied der IBA sind oder deren Verbände nicht teilnehmen wollen. Das kann eine Sprengkraft entfalten – und ist womöglich genau so gedacht.
Die USA, Neuseeland, Australien, GB Boxing, England, die Niederlande und zuletzt Kanada haben ihre Mitgliedschaft in der IBA beendet, um ihr Boxen unter dem Dach des neuen Verbandes fortzusetzen. Weitere Nationalverbände dürften folgen.
Nur einen Tag nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dem Weltverband des olympischen Boxens IBA endgültig die Anerkennung zu entziehen, werden international Absetzbewegungen deutlich erkennbar.
Die Vollversammlung des IOC (IOC Session) hat heute am 22. Juni 2023 den Weltverband des olympischen Boxens endgültig aus der Familie der olympischen Sportverbände ausgeschlossen. Erwartungsgemäß folgte das Plenum damit der Empfehlung des IOC-Exekutivkomitees vom 7. Juni. Boxen bleibt aber dennoch im Programm der Olympischen Spiele 2024 in Paris.
Es steht zu erwarten, dass die IOC-Session Ende Juni der Empfehlung des IOC-Exekutivkomitees zur endgültigen Suspendierung der IBA folgen wird. Dem neugegründeten Weltboxverband »World Boxing« dürfte dies in die Hände spielen und Mitglieder zuführen.
Kampfsport ist für rechtsextremistische Szenen attraktiv: Dort werden neue Mitstreiter*innen rekrutiert und Gelder für die politische Arbeit abgeschöpft. Wir haben ein Interview mit Olaf Zajonc von der Initiative »Vollkontakt, Demokratie, Kampfsport« geführt.
Am 19. Mai reiste eine fünfköpfige Trainingsgruppe ins Ruhrgebiet. Sie folgte damit einer Einladung des Vereins »Dortmunder Boxsport 20/50«, zu dem durch vorangegange Besuche einzelner Dortmunder und Begegnungen im Rahmen von Wettkampfveranstaltungen ein Kontakt gewachsen war.
Die lange Fahrt von Hamburg bis fast an die niederländische Grenze lohnte sich für den Kiezkämpfer und das Team: Beim BC Norden holte sich Mustafa Hemati einen verdienten und einstimmigen Sieg nach Punkten ab.
Am Montag, den 1. Mai 2023 starten in der usbekischen Hauptstadt Taschkent die IBA-Weltmeisterschaften der Männer. 538 Sportler aus 107 Nationen nehmen an dem 14tägigen Turnier teil. Doch der Schatten der olympischen Zukunft des Boxsports liegt auch über diesem Wettbewerb.
Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Pandemie geht die Boxabteilung nun einen weiteren großen Schritt in Richtung sportlicher Normalität: Ab dem 1. Mai wird der Impfstatus keine Voraussetzung mehr zur Teilnahme am Training sein.