Dopingfall in der Boxbundesliga: Athlet für 2 Jahre gesperrt

Schwergewichtskampf war unsauber

Die Deutsche Institution für Schiedsgerichtbarkeit (DIS) hatte im Mai 2018 über eine am 25. April eingereichte Schiedsklage der Nationalen Antidoping Agentur (NADA) zu entscheiden.

In dem Verfahren mit dem Aktenzeichen DIS-SV-SP-837/18 ging es um eine am 20. Januar 2018 in der Boxbundesliga durchgeführte Dopingkontrolle. Damals empfingen die Hamburg Giants am zweiten Kampftag der neuen Saison den BC Traktor Schwerin. Getestet wurde der Schweriner Schwergewichtsboxer S., in dessen Proben anschließend die verbotenen Substanzen Heptaminol und Higenamin nachgewiesen wurden.

Heptaminol lässt den Blutdruck ansteigen und erweitert die Blutgefäße. In der Folge werden Muskeln und Organe besser mit Blut und Sauerstoff versorgt. Es zählt damit als Stimulans zu den verbotenen Substanzen. Higenamin gilt als Fatburner und Booster und ist häufig Nahrungsergänzungsmitteln beigefügt. Die Substanz ist seit 2017 auf der Verbotsliste der WADA. Beide Wirkstoffe gelten als vergleichsweise leicht beschaffbar.

Zweijährige Sperre und Aberkennung aller Siege im Jahr 2018

Die NADA und der postiv getestete Boxer einigten sich Ende April bereits auf dem Wege des Vergleichs, so dass die DIS den Wortlaut des Vergleichs in ihrer Entscheidung übernehmen konnte. Resultat des Vergleichs ist eine rückwirkend am 01.01.2018 beginnende zweijährige Sperre des Sportlers. Nach den Erläuterungen des Deutschen Boxsport-Verbandes gilt diese Sperre nicht nur für Wettkämpfe, sondern darüber hinaus auch für die Teilnahme am Vereinstraining sowie für die Tätigkeit als Betreuer.

Außerdem werden sämtliche Siege, Preise, Medaillen und Auszeichnungen, die der Athlet nach dem Beginn der Sperre errungen hat, annulliert. Dies betrifft natürlich auch den Bundesligakampf vom 20. Januar. Hier war S. für den BC Traktor Schwerin gegen Ammar Abduljabbah von den Hamburg Giants in den Ring getreten. Die Punktrichter werteten den Kampf – trotz des Dopings – damals einstimmig für Abduljabbah.

Früher Teamkollegen, später Gegner im Ring

Pikant wird der jetzt durch den DBV veröffentlichte und bekannt gewordene Vorfall zusätzlich noch dadurch, dass sich am Tag des positiven Dopingtests zwei Sportler im Ring gegenüber standen, die beide früher einmal für denselben Heimatverein (TH Eilbeck) und für dieselbe Ligamannschaft antraten (Hamburg Giants). Unter anderem auch zurückliegende Zerwürfnisse in der Hamburger Vereins- und Verbandswelt führten beide am 20. Januar dann als Gegner zusammen.

 

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