Luftbild der Fachschule für Sozialpädagogik am Zeughausmarkt 32 in Hamburg. Dort trainieren die Boxsportler des FC St. Pauli.
Das Gebäu­de der Fach­schu­le für Sozi­al­päd­ago­gik FSPII am Zeug­haus­markt 32. Die Sport­hal­le ist im lin­ken Flü­gel des von Fritz Schu­ma­cher ent­wor­fe­nen, heu­te denk­mal­ge­schütz­ten Gebäudes.

Zwei Jah­re nach der Grün­dung der Box­ab­tei­lung erhiel­ten die Boxer:innen des FC St. Pau­li im Jahr 2009 ers­te Trai­nings­zei­ten in der Sport­hal­le am Zeug­haus­markt 32. Damals war die­se Sport­hal­le einer von ins­ge­samt drei Trai­nings­stand­or­ten der Abtei­lung. Der weit über­wie­gen­de Teil des Trai­nings fand anfangs noch im Karo­li­nen­vier­tel statt, ein ande­rer Teil in Eimsbüttel.

Mit der Zeit gelang es, immer mehr Trai­nings­zei­ten am Zeug­haus­markt zu kon­zen­trie­ren. Mit der wach­sen­den Bedeu­tung der Sport­hal­le für das Box­trai­ning lohn­te es sich, in die box­sport­li­che Aus­stat­tung zu inves­tie­ren. Die Mit­glie­der­zah­len wuch­sen ste­tig, bis die Abtei­lung schließ­lich zu den größ­ten Box­ver­ei­nen Nord­deutsch­lands zählte.

Voll­stän­di­ge Trainigsinfrastruktur

In vie­len klei­nen Schrit­ten, mit vie­len Ideen und in viel Eigen­ar­beit ent­stand in Abspra­chen mit der Schu­le und den Haus­meis­tern eine box­sport­li­che Trai­nings­in­fra­struk­tur, die ein voll­stän­di­ges und qua­li­fi­zier­tes Box­trai­ning ermög­lich­te. Für das Trai­ning stan­den ein Boden­ring, Sand­sä­cke und Spie­gel­wän­de zur Ver­fü­gung. Ein abge­trenn­ter und ver­schließ­ba­rer Teil des Gerä­te­raums dien­te als Lager.

Aller­dings: Im Kern war die Sport­hal­le erkenn­bar in die Jah­re gekom­men. Sie war bau­lich auf dem Stand der 1950er Jah­re, in denen die frü­he­re Aula der Schu­le zur Turn­hal­le umge­baut wur­de. Alles funk­tio­nier­te zwar so eini­ger­ma­ßen, aber man durf­te vie­les lie­ber nicht so genau ansehen.

Impres­sio­nen aus unse­rer Trai­nings­hal­le nach der Sanierung

Grund­sa­nie­rung der Sport­hal­le von 2023 bis 2025

Im Herbst 2023 begann die »Schul­bau Ham­burg« die grund­le­gen­de Sanie­rung der Sport­hal­le. Die Arbei­ten waren auf acht Mona­te ange­setzt gewe­sen. Doch Sanie­run­gen von denk­mal­ge­schütz­ten Alt­bau­ten sor­gen für so man­che Über­ra­schun­gen – und somit auch für Verzögerungen.

Die Box­ab­tei­lung wich statt für acht Mona­te schließ­lich für gute zwei Jah­re auf ange­mie­te­te Trai­nings­zei­ten in der Box­hal­le des Ham­bur­ger Ama­teur-Box­ver­ban­des aus und sicher­te damit zumin­dest ihr Überleben.

Die auf­wen­di­gen Sanie­rungs­ar­bei­ten brach­ten mit sich, dass nahe­zu die gan­ze box­spe­zi­fi­sche Trai­nings­in­fra­struk­tur nach der Sanie­rung nicht mehr brauch­bar war. Denn das aller­meis­te der alten Trai­nigs­ge­rä­te und Ein­rich­tun­gen waren Son­der­an­fer­ti­gun­gen gewe­sen, die auf die alte Sport­hal­le ange­passt waren, aber nach der Sanie­rung nicht mehr pass­ten oder kei­nen Platz mehr hatten.

Aller­dings konn­te die Box­ab­tei­lung ihre box­spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se im Sanie­rungs­pro­zess arti­ku­lie­ren, so dass grund­le­gend die Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen wur­den, die Infra­struk­tur am Zeug­haus­markt wie­der neu auf­bau­en zu können.

Auf­bau einer kom­plett neu­en Trainingsinfrastruktur

Seit Som­mer 2025 arbei­te­te die Box­ab­tei­lung inten­siv dar­an, das in weni­gen Mona­ten neu zu pla­nen, zu bau­en und anzu­schaf­fen, was vor der Sanie­rung in vier­zehn Jah­ren am Zeug­haus­markt ent­stan­den war. Eine enor­mer Auf­wand an Arbeit und Kos­ten – mög­lich unter ande­rem mit För­der­gel­dern des Bezirks Hamburg-Mitte.

Rück­kehr in die sport­li­che Heimat

Mit­te Janu­ar 2026 konn­te die Box­ab­tei­lung schließ­lich an den Zeug­haus­markt zurück­keh­ren – und trai­niert nun unter bes­se­ren Bedin­gun­gen als jemals zuvor. Der Boden­ring ist mit ein­ge­las­se­nen Boden­hül­sen schnel­ler auf­ge­baut als zuvor und kann optio­nal sehr schnell zu einem Dop­pel­ring erwei­tert wer­den. Sand­sä­cke ste­hen zur Gerä­te­ar­beit zur Ver­fü­gung und in einem aus­ge­bau­ten Teil des Gerä­te­raums haben alle Trai­nings­ge­rä­te aus­rei­chend Platz. In einem ande­ren Teil des Schul­ge­bäu­des nutzt die Box­ab­tei­lung einen wei­te­ren Raum für ihre Belange.

Ange­sichts der bau­li­chen Anpas­sun­gen des Stand­or­tes an den Box­sport und der gro­ßen finan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen der Box­ab­tei­lung in Höhe eines mitt­le­ren fünf­stel­li­gen Betra­ges beschloss das Bezirks­amt Ham­burg-Mit­te, die Sport­hal­le kom­plett dem Box­sport zu wid­men. Dafür gab die Box­ab­tei­lung Trai­nings­zei­ten an ande­ren Stand­or­ten an das Bezirks­amt zurück. Die Boxer:innen des FC St. Pau­li nut­zen die Sport­hal­le mit ver­schie­de­nen Trai­nings­grup­pen nun über die gan­ze Woche hinweg.